Wenn HER2-Krebszellen im Laufe der Behandlung die Seite wechseln

16.09.08

Brusttumore mit HER2-positiven Krebszellen können sich bei Frauen, die eine präoperative Chemotherapie in Verbindung mit dem auf das HER2-Zellmerkmal abzielenden Medikament Trastuzumab erhalten, unter der Behandlung in HER2-negative Krebszellen verwandeln.

Das zeigen die Ergebnisse einer Untersuchung am verbliebenen Tumorgewebe von 23 Frauen vor und nach der Therapie, deren Brustkrebs sich nicht vollständig zurückgebildet hatte.

Diese Entdeckung könnte auch der Grund dafür sein, warum der Antikörper Trastuzumab im Laufe der Therapie manchmal versagt. Die Ärztin Dr. Elizabeth A. Mittendorf von der Abteilung für chirurgische Onkologie am M.D. Anderson Cancer Center in Houston überprüfte die klinischen Daten und pathologischen Gewebemerkmale von 141 Patientinnen mit einem HER2-überexprimierendem Brustkrebs, die zwischen 2004 und 2007 mit Chemotherapie und dem Antikörper am M. D. Anderson-Hospital behandelt wurden. Sie fand heraus, dass rund ein Drittel der Brusttumoren von Patientinnen, die während einer präoperativen Chemotherapie nicht vollständig auf eine Anti-HER2-Behandlung angesprochen hatten, von einer HER2-positiven Krankheit zu einer HER2-negativen Krankheit konvertierten.

Dr. Mittendorf führt dies auf einen Behandlungseffekt zurück: es scheint, dass mit der Therapie nur die HER2-positiven Krebszellen zum Verschwinden gebracht wurden und die HER2-negativen Tumorzellen übrig geblieben sind.

Das Fazit der Ärztin: Bei HER2-positiven Patientinnen, deren Brustkrebs unter einer präoperativen Behandlung mit Chemotherapie und Trastuzumab nicht vollständig verschwunden ist, sollte der HER2-Status des Resttumors nach der Operation neu beurteilt werden, um eine weitere geeignete adjuvante Therapie für diese Patientinnen zu finden.