Vermehrte Rückfälle nach Brustkrebs durch Tibolon

23.02.09

Tibolon, ein Hormon, das die Beschwerden von Wechseljahren erleichtert, fördert – einer Studie zufolge – deutlich das Risiko eines Rückfalls bei Brustkrebspatientinnen. Vor der Einnahme wird gewarnt, wenn frühere Erkrankungen an Brustkrebs vorliegen oder der Verdacht auf Brustkrebs gegeben ist.

Neben der Behandlung von Wechseljahrs-Beschwerden wird Tibolon (besser bekannt unter dem Handelsnamen "Liviella") in 55 Ländern zur Bekämpfung von Problemen der Knochendichte (Osteoporose) eingesetzt. Frühere Warnungen ignorierend, nahmen auch viele ehemalige Brustkrebspatientinnen das Medikament ein. Nun ergab eine Studie mit über 3000 Patientinnen, die in der Vergangenheit an Brustkrebs litten, dass das nicht verschreibungspflichtige Hormon Tibolon nicht nur ein erhöhtes Rückfallrisiko für Brustkrebs birgt, sondern bei 70 Prozent der erneut Erkrankten sogar die Absiedlung von Brustkrebs in anderen Organen (Fernmetastasen) hervorruft.

Die ehemaligen Brustkrebspatientinnen wurden mit dem Hormon behandelt, um wechseljahresbedingte Hitzewallungen und Knochenschwund zu vermeiden. Eine Hälfte der Testpersonen erhielt das Hormon Tibolon, die andere Hälfte ein Scheinpräparat. Es stellte sich heraus, dass das Rückfallrisiko für Brustkrebs bei 40 Prozent liegt. Aufgrund dieser Tatsache wurde die Studie (NCT 00408863) sofort eingestellt.

Zum Weiterlesen
Safety and efficacy of tibolone in breast-cancer patients with vasomotor symptoms: a double-blind, randomised, non-inferiority trial (2009) The Lancet Oncology, 10 (2), pp.135-146