Mamma-Print-Diagnostik in den Leitlinien zur Brustkrebstherapie

11.04.09

Mamma-Print-Diagnostik in den Niederlanden in die Leitlinien zur Brustkrebstherapie aufgenommen.

Die in 2008 aktualisierten Leitlinen des niederländischen Instituts für Gesund-heitsverbesserung (CBO) empfehlen  jetzt erstmals den Mamma-Print Gentest als Standarddiagnostik bei Frauen mit Brustkrebs in den Stadien I und II. Dieser spezielle Gen-Test erlaubt eine präzise Aussage, wie groß die Wahrscheinlichkeit ist, dass eine Frau in den nächsten zehn Jahren nach der Entfernung des Tumors nochmals erkrankt. MammaPrint erstellt dabei einen individuellen genetischen Fingerabdruck des Brustkrebses: Der Test misst die Aktivität von 70 brustkrebs-spezifischen Genen aus dem Tumorgewebe, das während der Operation entnommen wurde. Eine veränderte Genaktivität geht mit einem erhöhten Risiko für einen Rückfall einher.

Besondere Bedeutung gewinnt dieser Test vor allem bei der Therapieplanung. So kann - wenn keine sonstigen klinischen Kriterien dagegen sprechen - bei einem niedrigen Risiko auf eine Chemotherapie ganz verzichtet werden. Wenn der MammaPrint-Test dagegen eine hohes Rückfallrisiko nachweist, kann von vornherein mit modernsten Arzneimittel effektiv behandelt und so das Risiko für einen Rückfall oder eine Metastasierung vermindert werden.

Zur Vermeidung einer Über- oder Untertherapie wird  MammaPrint seit Februar 2009 bei allen Patientinnen, die im van Leeuwenhook Krankenhaus des Niederländischen Krebsinstituts (NKI-AVL), einem weltweit anerkannten Behandlungszentrums, mit frühen Brustkrebsstadien behandelt werden, als Standarddiagnostik eingesetzt . Nach Auffassung des NKI-AVL liefert MammaPrint wichtige Entscheidungshilfen hinsichtlich der Notwendigkeit einer unterstützenden (adjuvanten) Therapie.

Bleibt zu hoffen, dass nachdem auch St. Gallen sich positiv zum Einsatz von MammaPrint geäussert hat, auch die deutschen Leitlinienkommissionen sich in absehbarer Zeit im Interesse der betroffenen Frauen zur Empfehlung von MammaPrint entschließen können.