Leserbrief zum Artikel der Frankfurter Rundschau

08.06.09

Leserbrief zu dem Artikel von Peter Michalzik: "Krebs in der Öffentlichkeit - Wandel einer tödlichen Metapher" Erschienen in der Frankfurter Rundschau vom 03.06.2009

Ursula Goldmann-Posch:
"Wir waren auch glücklich ohne Narben!"

Als Vorsitzende der größten deutschen Brustkrebs-Initiative mamazone e.V. habe ich mit Entsetzen die Schlussfolgerungen aus dem sich wandelnden Umgang mit der Krankheit Brustkrebs in der Öffentlichkeit gelesen.

Diese Darstellung weckt den Eindruck, als sei es für die rund 50.000 Frauen, die im Jahr an Brustkrebs erkranken, das Begehrenswerteste, diese Diagnose mitgeteilt zu bekommen. Ist es doch so toll, endlich „ein Schicksal” zu haben, „im Leben” zu stehen, etwas zu haben, wo „es” „um etwas” „geht” (ich zitiere aus dem Artikel).

Mamazone darf Ihnen mitteilen: Wir waren auch glücklich ohne Narben. Ich hatte auch eine Geschichte ohne die Geschichte Brustkrebs. Wir haben Kraft bewiesen auch ohne Brustkrebs, wir haben unser Selbstbewusstsein an anderer Stelle zur Schau getragen, ohne dafür die tödliche Krankheit Brustkrebs zu benötigen.
Brustkrebs ist nach wie vor mit täglich 55 Brustkrebs-Opfern ganz und gar nicht hell sondern nach wie vor dramatisch.

Den Artikel von Peter Michalzik aus der Frankfurter Rundschau vom 03.06.2009 können Sie hier als PDF herunterladen.