Gleich nach Brustkrebs-OP in die „Muckibude“

24.08.09

Die Ergebnisse einer Studie im New England Journal of Medicine (NEJM) zeigen, dass Frauen mit Lymphödem besser beraten sind, wenn sie zum Gewichtstraining ins nächste Fitnessstudio gehen.

Bisher war körperliche Schonung ein Muss für Frauen, die nach der Operation von Brustkrebs ein Lymphödem bekommen haben. Die Deutsche Krebsgesellschaft schätzt das Vorkommen eines dadurch bedingten Lymphödems auf 20 bis 30 Prozent.

Nun zeigen die Ergebnisse einer vergleichenden Studie im New England Journal of Medicine (NEJM), dass solche Frauen besser beraten sind, wenn sie zum Gewichtstraining ins nächste Fitnessstudio gehen.

Professor Kathryn Schmitz, Epidemiologin (die Wissenschaft der Ursache von Gesundheit und Krankheit) an der Philadelphia-Universität ließ 71 Patientinnen mit einem Lymphödem  und entsprechenden Kompressionsbandagen zweimal wöchentlich ein 90-minütiges Übungsprogramm absolvieren, das die Kraft in Armen und Beinen stärken sollte. Die Vergleichsgruppe bildeten 70 Frauen, denen die Forscher von sportlichen Übungen aller Art abrieten.

Überraschenderweise hat das Training die Lymphödeme nicht verschlimmert. Zwar kam es bei 11 Prozent der Frauen zu einer Zunahme des Armumfangs um 5 Prozent oder mehr, doch dies war auch bei 12 Prozent der Patientinnen aus der Kontrollgruppe der Fall.

Der feine Unterschied: die Beschwerden des Lymphödems waren in der Fitnessgruppe am Ende der einjährigen Studie geringer. Das Vorkommen von Schwellungen, Gewebeveränderungen oder Einschränkungen im Alltagsleben wurde von 29 Prozent in der Kontrollgruppe auf 14 Prozent in der Fitnessgruppe gesenkt. Zusätzlich hatten die Frauen auch noch ihre die Muskelkraft in Armen und Beinen gestärkt.

Originalstudie: Schmitz KH, et al "Weight lifting in women with breast-cancer-related lymphedema" N Engl J Med 2009; 361: 664-73.
Email: schmitz(at)mail.med.upenn.ed