Nix da mit Kostendämpfung - Die Krankenkasse wird in 2010 teurer

04.12.09

Gesetzlich Versicherte müssen sich im kommenden Jahr auf steigende Krankenkassenbeiträge einstellen. Den Krankenkassen fehlen voraussichtlich knapp 4 Mrd. Euro im Portomonnaie.

Die Mehrzahl der gesetzlich Versicherten muss sich wohl auf steigende Beiträge zur Krankenversicherung einstellen. Nach Auskunft von Doris Pfeiffer, der Vorsitzenden des GKV-Spitzenverbandes, werden viele Krankenkassen im Lauf des Jahres 2010 einen Zusatzbeitrag erheben. Möglich wird das durch das Wettbewerbsstärkungsgesetz und die Einführung des Gesundheitsfonds.

Die Deutsche Angestelltenkrankenkasse (DAK), die demnächst mit der Hamburg Münchener Krankenkasse fusioniert, plant nach Medienberichten bereits zum 1. Februar einen Zusatzbeitrag. Der Grund: Bereits im dritten Quartal 2009 fehlten im Beitragssäckel der Krankenkasse 77 Mio. Euro. Damit dürfte der Damm auch für weitere Krankenkassen gebrochen sein, wenngleich auch nicht alle Kassen derzeit unter Ebbe im Portemonnaie leiden. Die Barmer Ersatzkasse gab für das dritte Quartal ein Plus von 17,9 Millionen Euro bekannt. Die  AOK kann sogar auf ein Finanzpolster von 900 Millionen Euro setzen.

Aber: Eine Trendwende in Richtung Beitragsstabilität ist auf breiter Front nicht in Sicht, weil auch in 2010 die Ausgaben insbesondere für Arzneimittel, Krankenhaus und Arzthonorare weiter steigen werden.  Der GKV-Spitzenverband fordert deshalb von der Bundesregierung und dem neuen FDP-Gesundheitsminster Philipp Rösler, endlich energisch auf die Kostenbremse zu treten.

Was das für die Patientinnen und Patienten bedeutet, die gesetzlich krankenversichert sind, liegt wohl klar auf der Hand: Mehr Geld für weniger Leistung! Die unendliche Geschichte der Kostendämpfungsprogramme geht also weiter.

Weitere Infos: www.aerztezeitung.de, www.gkv-spitzenverband.de