Vorsorgliche Brustentfernung nach Krebs nicht immer nötig

05.12.09

Bisher war es ein Dogma, dass Brustkrebspatientinnen mit den Hochrisiko-Genen BRCA1 oder BRCA2 vorsorglich beide Brüste entfernen sollten. Doch nun gibt es eine neue Studie.

Eine neue große Studie des Deutschen Konsortiums für Familiären Brust- und Eierstockkrebs zeigt jetzt eine individuellere Sicht der Dinge auf:

Bei einer Frau, die durch eine Veränderung (Mutation) des BRCA1-Gens noch vor dem 40. Lebensjahr erkrankt, besteht der Studie zufolge ein Risiko von rund 43 Prozent, dass sich in den nächsten 15 Jahren auch eine bösartige Geschwulst in der anderen Brust entwickle. Für die Trägerin eines veränderten BRCA2-Gens, die nach dem 50. Lebensjahr zum ersten Mal betroffen sei, liege die Gefahr einer Zweiterkrankung dagegen nur bei rund 18 Prozent und sei somit nicht höher als für Frauen mit einem nicht genetisch bedingten Brustkrebs. "Diese Daten sind von großer Bedeutung für die Beratung der betroffenen Frauen", stellt die Leiterin der Studie, Professor Rita Schmutzler von der Universitätsfrauenklinik Köln, fest. "Denn unsere Ergebnisse ermöglichen nun erstmals eine individuellere Risiko-Kalkulation".

Jährlich erkranken in Deutschland rund 60.000 Frauen neu an Brustkrebs. Etwa fünf bis zehn Prozent aller Fälle sind erblich bedingt. Das Risiko einer Erkrankung liegt bei den Betroffenen bei 70 bis 80 Prozent.

Adressen von spezialisierten Behandlungszentren für Familiären Brust- und Eierstockkrebs unter www.krebshilfe.de