Mit Akupunktur gegen Hitzewallungen

04.01.10

Die Behandlung mit Anti-Östrogenen beim hormonsensiblen Brustkrebs führt bei vielen Frauen zu Wechseljahrsbeschwerden wie Hitzewallungen und Nachtschweiß.

Bisher wurde eine Therapie mit niedrigdosierten Antidepressiva (Wirkstoff: Venlafaxin, 37,5 mg) empfohlen, die jedoch zu weiteren Nebenwirkungen wie Mundtrockenheit, Appetitverlust, Brechreiz  und Verstopfung führte.  Jetzt legen die im Journal of Clinical Oncology veröffentlichten Ergebnisse einer kleinen vergleichenden Studie mit 50 Patientinnen nahe, dass eine  Akupunktur (zwei Sitzungen in den ersten vier Wochen, danach einmal wöchentlich) genauso hilfreich ist wie die medikamentöse Behandlung mit Venlafaxin.

Nach zwölf Wochen Testzeit beendeten die beiden Gruppen aus je 25 Patientinnen ihre Behandlung und wurden für ein Jahr von der Onkologin Eleanor Walker vom Henry Ford Hospital in Detroit weiter betreut. Die Frauen führten Tagebuch über die Anzahl und Schwere der Hitzewallungen und beantworteten Fragen zu ihrem allgemeinen Gesundheitszustand und ihrer seelischen sowie geistigen Verfassung. Fazit: Beide Studienarme stellten zunächst einen Rückgang der Hitzewallungen und depressiven Symptome um 50 Prozent fest, was deutlich macht, dass die Akupunktur ebenso wirksam war wie die Behandlung mit Medikamenten. Unterschiede zwischen den beiden Gruppen zeigten sich zwei Wochen nach Abschluss der Behandlung: Die Patientinnen, die Medikamente bekommen hatten, erlebten nach 14 Tagen Therapiepause einen entscheidenden Wiederanstieg von Hitzewallungen. Für die Akupunktur-Probandinnen blieb die Häufigkeit der Hitzewallungen dagegen gleich niedrig und stieg auch drei Monate nach Ende der Behandlung nicht an.

Literaturhinweis: Eleanor M. Walker et al.: Acupuncture Versus Venlafaxine for the Management of Vasomotor Symptoms in Patients With Hormone Receptor-Positive Breast Cancer: A Randomized Controlled Trial. JCO Early Release, published online ahead of print Dec 28 2009, Journal of Clinical Oncolog