Lokalrediziv erhöht Wahrscheinlichkeit von Metastasen

20.04.10

10 Jahre gesund heißt nicht geheilt. Auch nach 10 Jahren können, wie eine Studie der Universität Leiden zeigt, Lokalrezidive auftreten, die die Überlebensprognose der Frau verschlechtern. Für Brustkrebsexperten ein Grund mehr - die geltenden Nachsorgerichtlinien hinsichtlich Intensität und Dauer zu überdenken.

Auch wenn eine Frau zehn Jahre nach der Erstdiagnose "Brustkrebs" keinen  Rückfall erlitten hat , bedeutet das nicht, dass sie auf Dauer geheilt ist. Ein Forscherteam der Universität Leiden stellte auf der Europäischen Brust-krebskonferenz in Barcelona im März 2010 eine Studie vor, die zeigte: Selbst nach zehn Jahren kann der Brustkrebs in Form eines Lokalredizidivs zurückkehren. Und: Wenn ein solches Lokalredizidiv auftritt, verschlechtert sich die Prognose für die Frau dramatisch. Wie die holländischen Mediziner nachweisen konnten, ist dann, erhöht sie bei Auftreten solch später Lokal-redizidive die Gefahr der Metastasierung gegenüber der von Patientinnen ohne Rezidiv um das Vierfache, das Sterberisiko sogar um das Achtfache.

In der Studie, in die 7749 Frauen einbezogen waren, zeigte sich, dass das Auftreten eines Lokalredizivs die Gesamtprognose für die Patientin als unabhängiger Risiko-Faktor in ganz wesentlichem Maß bestimmt - mehr noch als Tumorgröße, Lymphknotenbefall oder Hormonrezeptorstatus. Damit ist auch diese Untersuchung wieder ein Beleg dafür, dass die Em-pfehlungen zu Dauer und Intensität der Nachsorge im Interesse von mehr als 380.000 Langzeitüberlebenden (neuste Daten der RKI) dringend überdacht und aktualisiert werden müssen (akk).

Ein Abstract der Studie findet sich in : European Journal of Cancer, Supplements Volume 8, No. 3, März 2010, Seite 89