Immunbotenstoffe im Brustkrebsgewebe ausschlaggebend

23.05.10

Heidelberger Wissenschaftler (u.a. mamazone-Kuratoriums-Mitglied PD Dr. Florian Schütz) konnten im Rahmen ihrer Untersuchungen an Brusttumoren zeigen, dass die Überlebensaussichten für Frauen mit Brustkrebs u. a. auch von der mehr oder weniger starken Aktivierung der körpereigenen Tumorabwehr zusammenhängen.

Die jeweilige Prognose verbesserte sich, wenn aktivierte Abwehrzellen (tumorspezifische T-Zellen) im Brustkrebsgewebe nachweisbar waren. Wie die Forscher in der Fachzeitschrift Cancer Research berichteten, sind an dieser Aktivierung mehrere Ursachen beteiligt. Proben von Brusttumoren waren auf die enthaltenen Mengen bestimmter Immunbotenstoffe (Zytokine) und Wachstumsfaktoren hin analysiert worden.
Die Wissenschaftler konnten zeigen, dass es für eine funktionierende Abwehrreaktion auf die Zusammensetzung der Botenstoffe im Knochenmark ankommt. Letzteres kann erst geeignete Abwehrzellen bilden, wenn sogenannte dendritische Zellen ihm Meldung gemacht haben, dass und welche spezifischen Tumorzellen im Körper vorhanden sind.
Die dendritischen Zellen können aber nur dann ihre Aufgabe erfüllen, wenn eine spezifische Zusammensetzung von Zytokinen im Tumorgewebe vorhanden ist. Wichtig sind offenbar hohe Konzentrationen an Interferon alpha und geringe Konzentrationen an Transforming Growth Factor beta1. Die Konzentrationen immunologischer Botenstoffe im Tumor sollten daher bei der Entwicklung individualisierter Immuntherapien gegen Brustkrebs mehr Beachtung finden, so die Wissenschaftler.