Meeresschwamm gegen Mammakarzinom

08.06.10

Auf der Jahreskonferenz der Amerikanischen Gesellschaft für klinische Onkologie (ASCO) in Chicago macht derzeit ein Giftstoff aus dem Meeresschwamm der Halichondria okadai von sich reden. Daraus wurde von Chemikern im Labor das Zellgift Eribulin Mesylat gewonnen, das dem Wirkstoff aus dem Meeresschwamm nachempfunden ist.


In der EMBRACE-Studie konnte das Zellgift mit Hilfe der Teilnahme von 762 Frauen mit fortgeschrittenem Brustkrebs (lokal rezidiviert oder metastasiert)  ausprobiert und nachgewiesen werden, dass der Schwamm aus dem  Meer es in sich hat: die Überlebenszeit der an der Studie beteiligten Frauen verlängerte sich von 10,7 auf 13,1 Monate, also um zweieinhalb Monate im Vergleich zu den Patientinnen, die ausschließlich eine Standard-Chemotherapie erhalten hatten.  Dies entspricht in dieser metastasierten Erkrankungsphase einer längeren Lebensdauer von rund 20 Prozent.

Es sei das erste Mal, berichtet Christopher Twelves und seine Kollegen vom St. James’s Institute of Oncology im britischen Leeds bei der Vorstellung der Studiendaten auf dem ASCO-Kongress, dass ein Wirkstoff aus dieser Gruppe bei  mehrfach vorbehandelten Patientinnen noch eine derartige Wirkung erzielt hat.

Die Nebenwirkungen für die Patientinnen:  häufige Müdigkeit,  Fatigue (54 Prozent), Verringerung der weißen Blutkörperchen (52 Prozent), Verlust der Haare (45 Prozent) und Nervenstörungen/Neuropathie (37 Prozent). Wie viel der Wirkstoff  kosten wird, ist noch nicht bekannt. Der japanische Hersteller hat bereits einen Zulassungsantrag in den USA, Japan und Europa gestellt (Abstract CRA 1004).