Nachsorge erst bei Symptomen: Die chronische Sorge der Frauen nach Brustkrebs

16.06.10

Statement von Ursula Goldmann-Posch, Vorstandsmitglied und Gründerin mamazone - Frauen und Forschung gegen Brustkrebs e.V., Augsburg, beim gemeinsamen Meeting von PET e.V., Berlin, der PONS-Stiftung für eine PatientenOrientierte Nachsorge von Frauen mit Brustkrebs, Augsburg, und führenden Vertretern der Krankenkassen (IKK, TK, DAK) am 31. Mai in Berlin.

mamazone - Frauen und Forschung gegen Brustkrebs engagiert sich schon seit über 12 Jahren für eine Verbesserung der Versorgungskette bei Brustkrebs.

Und wer sich ernsthaft und patientenzentriert für eine nachhaltige Verbesserung in der Versorgungskette von Prävention, Früherkennung, präoperativer Behandlung, Operation, Nachbehandlung und Nachsorge einsetzt, der muss sich folgerichtig auch für folgende Punkte stark machen:

  • Personalisierte Prävention, Früherkennung, Diagnostik, Therapie und Nachsorge, statt des teuren Gießkannenprinzips (Motto: One-Fits-All).
    Es gibt so viele Brustkrebse wie es Frauen gibt, die daran erkranken.
  • Von personalisierter Erkennung-Behandlung und Nachsorge von Brustkrebs zu sprechen, heißt - wenn dies kein Schlagwort bleiben soll - zwingend auch zu sprechen
    - vom Einsatz laborchemischer kompetenten Biomarker
    - vom Einsatz molekularer Risikotests (Genexpressionsprofile genannt)
    - vom Einsatz von modernen Ganzkörperuntersuchungen wie sie
      das MRT und PET-CT darstellen
    - vom Einsatz zielgerichteter Therapien, die sich gegen die spezifische
      Visitenkarte eines Brustkrebses richten
    - vom Einsatz einer neuen, offensiven und nicht nur defensiven
      Rückfallerkennung für Frauen mit Brustkrebs, deren Evidenz nicht
      auf - halten Sie sich fest - 20 Jahre alten Studienergebnissen beruht.

Darüber spricht und schreibt mamazone Frauen und Forschung gegen Brustkrebs nunmehr seit über 12 Jahren in Kooperation mit innovativen Vordenkern aus Klinik und Grundlagenforschung.

Es freut mich, dass auch Sie - als Vorstände und Geschäftsführer wichtiger Krankenkassen - in diese Richtung zu denken beginnen.

Denn - und da werden Sie mir recht geben in einer Zeit knapper Ressourcen im Gesundheitssystem:

  • Wir können es uns nicht mehr leisten, Früherkennung und Therapien über die Köpfe der Frauen nach dem Gießkannenprinzip zu verteilen.
  • Wir können es uns nicht mehr leisten, bildgebende Untersuchungen zu machen, die mit RÖNTGEN anfangen, mit dem CT weitergehen, ein MRT dazwischenschalten, um dann endlich bei der genauen Ganzkörperuntersuchung PET-CT zu landen.
  • Wir können es uns nicht mehr leisten, von der Notwendigkeit einer evidenzbasierten Medizin zu sprechen und gleichzeitig die Leitlinien einer Nachsorge aufrecht zu erhalten, die auf 20 Jahre alten wissenschaftlichen Studien beruhen.
  • Wir können es uns nicht mehr leisten 360 000 Frauen, die in der Nachsorge (oder besser) in der "chronischen Sorge nach Brustkrebs" leben, eine Nachsorge zuzumuten, die unethisch, wissenschaftlich nicht auf dem aktuellen Stand, von 85 % aller Patientinnen unterlaufen und auch zunehmend von vielen Ärzten nicht mehr akzeptiert wird.  Das schreit zum Himmel. Das spricht eine beredete Sprache.

Ich bitte Sie, die von PET e.V., mamazone e.V. und PONS-Stiftung vorgeschlagenen Studien unter Einbeziehung  moderner Großgeräte wie das Ganzkörper-MRT und PET-CT, in Therapie und Nachsorge, als Modellvorhaben zu unterstützen.

Wenn Sie - mit mir überzeugt sind - dass Sparen im Gesundheitswesen nur dann sparen ist, wenn es eine nachhaltige Qualität hat und im Mittelpunkt Frauen mit Brustkrebs - Ihre zahlenden Kundinnen - stehen müssen - dann müssen Sie umgehend die PONS-Nachsorgestudie unterstützen!

Ursula Goldmann-Posch, Berlin, am 31.05.2010

 

Lesen Sie dazu auch den Brief der Brustkrebspatientin und Präsidentin des Bayerischen Landtags Barbara Stamm und eine Veröffentlichung zum Thema der Onkologin Dr. Dorit di Gioia, München, Klinikum Großhadern.

Besuchen Sie auch unsere Websites: www.pons-stiftung.org, www.mamazone.de, www.stiftungpath.org