AMNOG – eine neue „Wunderwaffe“, um die Arzneimittelkosten zu senken?

15.09.10

Ein neues Gesetz mit der schönen Abkürzung AMNOG (=Arzneimittel- marktneuordnungsgesetz) soll nach dem Willen von Gesundheitsminister Philipp Rösler nun das erreichen, woran viele seiner Vorgänger gescheitert sind: Die Kosten für die Arzneimittelpreise nachhaltig zu senken.

Der neuste, gerade veröffentlichte  Arzneimittelreport bringt die Wahrheit wieder einmal schonungslos an den Tag: Auch im Jahr 2009 haben sich die Aufwendungen der gesetzlichen und privaten Krankenkassen für Medikamente wieder drastisch erhöht. Deshalb versucht Bundesgesundheitsminister Rösler jetzt, den Pharmafirmen mit einem neuen Gesetz die Daumenschreiben anzulegen und den Arzneimittelmarkt neu zu ordnen. Kernstück des Gesetzes: Auf Basis der früheren Kosten-Nutzen-Bewertung sollen Pharmafirmen und der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenversicherung demnächst die Preise für jedes neue Arzneimittel aushandeln. Bislang konnten die Firmen die Preise für neu entwickelte Präparate frei festlegen.
In einem Videointerview mit dem Deutschen Ärzteblatt bewerten der Chef der Arzneimittelkomission, Prof. Wolf-Dieter Ludwig und die Hauptgeschäftsführerin des Verbandes der forschenden Pharmaunternehmen, Cornelia Yzer die geplante Neuordnung des Arzneimittelmarkts. Das neue Gesetz ist – da sind sich beide trotz unterschiedlicher Standpunkte im Detail  einig – ein Schritt in die richtige Richtung. In vielen Einzelheiten gebe es aber Verbesserungsbedarf, so dass die Politik hier bis zur Verabschiedung der Gesetzesnovelle noch einige Hausaufgaben zu  erledigen hat.
(akk)