Frauen wollen Mammographie vor dem 50. Lebensjahr

25.10.10

Brustkrebsfrüherkennung – das ist in Deutschland in erster Linie die Selbstuntersuchung der Brust und die Tastuntersuchung beim Frauenarzt. Eine Mammographie zur Früherkennung von Brustkrebs ist innerhalb des Mammographie-Screening-Programms nur für gesunde Frauen in der Altersgruppe zwischen 50 und 69 vorgesehen. Diese Frauen werden alle zwei Jahre von einer zentralen Stelle zur Mammographie eingeladen.

Ganz anders in den USA und Österreich. In beiden Ländern geht die ausdrückliche Empfehlung der Leitlinien dahin, Frauen bereits ab dem 40. Lebensjahr jährlich oder alle zwei Jahre eine Mammographie als Früherkennungs-Untersuchung anzubieten. Auch in Deutschland werden inzwischen die Stimmen lauter, die eine Herabsetzung der Altersgrenze für die Früherkennungs-Mammographie fordern. Denn nur 50 Prozent aller Brustkrebserkrankungen treten in der Altersgruppe der 50 bis 69jährigen auf. Die restlichen 50 Prozent der Neuerkrankungen – pro Jahr werden 58.000 Frauen in Deutschland mit der Diagnose „Brustkrebs“ konfrontiert – betreffen Frauen, die jünger als 50 oder älter als 69 sind. Und gerade die jüngeren Frauen ereilt die Erkrankung oft in aggressiveren Varianten.

Nicht nur die Wissenschaft, auch die Frauen selbst sind offen für eine Herabsetzung der Altersgrenze für die Mammographie. Das belegen die Ergebnisse einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts TNS, das im Auftrag des schwedischen Medizintechnikunternehmens Sectra Medical 1000 Frauen in Deutschland befragte. 59 Prozent der Befragten in der Altersgruppe zwischen 40 und 50 würden an einer regelmäßigen Brustkrebsvorsorge mit Mammographie teilnehmen. Und: 38 Prozent der befragten Frauen unter 50 hatten in den vergangenen zwei Jahren eine Mammographie durchführen lassen – entweder zur Abklärung eines Verdachts oder zur Früherkennung von Brustkrebs.

Allerdings – auch das zeigen die Studienergebnisse - machen viele ihre Entscheidung von der Strahlenbelastung durch das eingesetzte Mammographie-System abhängig. Rund 80 Prozent der Frauen würden sofort den Radiologen wechseln, wenn dadurch die Möglichkeit einer weitaus niedriger dosierten Röntgen-Untersuchung zur Brustkrebsvorsorge bestehen würde. 53 Prozent würden außerdem häufiger zur Mammographie gehen, wenn die Strahlenbelastung geringer wäre. Ein Grund dafür, dass Frauen keine Röntgenuntersuchung der Brust wünschen, ist noch immer die Angst vor der Strahlenbelastung.

Allerdings ist die Furcht vor einem falsch positiven oder falsch negativen Befund noch ausgeprägter. 33 Prozent gaben an, nicht zur Mammographie zu gehen, weil sie der Diagnose nicht vertrauten und der Arzt bei einer Freundin einen Befund übersehen habe.

Fazit: Es bleibt noch einiges an Informations- und Aufklärungsarbeit zu leisten, um die Vorbehalte gegenüber der Röntgenuntersuchung zur Brustkrebsfrüherkennung abzubauen und die Qualität der Untersuchung – das gilt für Befundung wie auch für das Gerät - zu verbessern. (akk)