Zoledronsäure - kein Vorteil

13.12.10

Vorbeugende Gabe von Zoledronsäure: kein Vorteil für junge Brustkrebspatientinnen im Frühstadium

Die lange erwartete Auswertung der AZURE-Studie brachte es jetzt beim 33. Brustkrebskongress in San Antonio (Texas) an den Tag: junge Frauen mit Brustkrebs vor den Wechseljahren, die zusätzlich zur Chemotherapie oder Hormontherapie vorbeugend das Knochenmetastasen-Medikament  Zoledronsäure erhielten, haben davon keinen Vorteil für ihr krankheitsfreies Überleben.
Der Wirkstoff gehört zur Gruppe der Bisphosphonate und ist auch unter dem Handelsnamen Zometa bekannt. Allerdings fand sich unter den rund 1665 mit Zometa behandelten Studienpatientinnen – so der englische Onkologie-Professor Robert Coleman – eine Untergruppe von Frauen, die ein deutlich besseres Gesamtüberleben hatte als die vergleichbaren Patientinnen ohne das Studienmedikament. Es waren jene 30 Prozent Frauen, die mindestens fünf Jahre nach den Wechseljahren erkrankt waren und behandelt wurden. „Diesem nicht zufälligen und auffallenden Unterschied müssen wir in künftigen Studien nachgehen“, sagt der Onkologe vom Weston Park Hospital der Universität Sheffield. „Möglicherweise hängt der Erfolg einer vorbeugenden Bisphosphonat-Behandlung von einem niedrigen Östrogenspiegel in der Mikroumgebung des Skeletts ab“. Bei insgesamt 17 behandelten Patientinnen tauchte während der Studienperiode eine gefürchtete Nebenwirkung der Bisphosphonate auf: die Kieferosteonekrose, ein Absterben von Teilen des Kieferknochens.