Tamoxifen: Brustkrebssterberate sinkt nachhaltig

09.08.11

Eine antihormonelle Therapie mit Tamoxifen senkt das Risiko für ein Brustkrebs-Rezidiv und die Brustkrebs-Sterberate bei Frauen mit östrogenrezeptor positiven Tumoren nachhaltig. Und zwar nicht nur während der fünfjährigen Einnahmezeit, sondern auch danach.

Das ist das Ergebnis einer Meta-Analyse auf Basis von 20 Studien mit 21.000 Brustkrebspatientinnen mit östrogenrezeptor-positivem Tumor, die britische Wissenschaftler jetzt im englischen Fachjournal The Lancet veröffentlichten. Insgesamt 10.645 Frauen hatten über fünf Jahre eine adjuvante Therapie  mit Tamoxifen erhalten. Die übrigen Patientinnen blieben unbehandelt. Bei den Frauen, die Tamoxifen bekamen, traten während der Therapie und auch danach deutlich weniger Rezidive auf als bei denen ohne antihormonelle Therapie.

In den ersten fünf Jahren war das Rezidiv-Risiko bei den Tamoxifen-Patientinnen um 47 Prozent geringer als in der Vergleichsgruppe. Fünf Jahre nach Therapieende waren es noch 32 Prozent und in den darauf folgenden fünf Jahren noch drei Prozent Vorteil für die Patientinnen mit Tamoxifen-Therapie. Die Brustkrebs-Sterblichkeit bei den Patientinnen mit antihormoneller Therapie wurde in den ersten 15 Jahren um ein Drittel gesenkt.

Die Ergebnisse sind dabei – so die Forschungsgruppe um Prof. Davies aus Oxford – nahezu unabhängig vom Lymph-knotenstatus, dem Progesteronrezeptor-Status, dem Alter der Patientin oder der Verabreichung einer Chemotherapie.

Bei Frauen, die an einem Brusttumor ohne Östrogenantennen erkrankt waren, zeigte Tamoxifen dagegen keine Auswirkungen hinsichtlich der Rezidiv- und Mortalitätsrate. (akk)

Literatur Early Breast Cancer Trialists’ Collaborative Group (EBCTCG). Relevance of breast cancer hormone receptors and other factors to the efficacy of adjuvant tamoxifen: patient-level meta-analysis of randomised trials. The Lancet. 2011;DOI:10.1016/S0140-6736(11)60993-8.