Östrogen-Blocker bei metastasiertem Brustkrebs wirkungsvoller als Aromatasehemmer

26.08.11

Bei metastasiertem, hormonrezeptor-positivem Brustkrebs wirken Substanzen wie Tamoxifen und Fluvestrant, die den Östrogen-Rezeptor des Tumors blockieren, besser als Aromatasehemmer. Das ist eines der Ergebnisse einer Studie der University of Washington School of Medicine, die jetzt im Fachjournal Clinical Cancer Research veröffentlicht wurde.

Die Forschungsgruppe unter der Leitung von Hannah Linden setzte zur Messung der lokalen Blockade des Östrogenrezeptors  PET-Scans ein, die mit dem Östrogen-Isotop  FES (18F-flourextradiol) als Marker arbeiteten. Im Rahmen der Studie wurden insgesamt 30 Frauen mit Brustkrebs und Knochenmetastasen vor, während und nach der Therapie mit Aromatasehemmern, Tamofixen und Fluvestrant mit dem PET-CT untersucht.

Die Scans zeigten, dass die Tumorzellen bei Frauen, die Östrogenblocker einnahmen,  weniger FES aufnahmen als bei denen, die einen Aromatasehemmer erhielten. Die FES-Aufnahme sank unter der Therapie mit Substanzen, die den Östrogenrezeptor blockieren, um 54 Prozent, bei Gabe von Aromatasehemmern lediglich um 13 Prozent.  Weitere Resultate der Studie: Tamoxifen blockiert den Tumor am effektivsten und ist dabei auch Fluvestrant überlegen.

Da in die  Studie nur eine sehr kleine Anzahl an Patientinnen eingeschlossen war, sind ihre Ergebnisse nicht repräsentativ. Nach Einschätzung der amerikanischen Wissenschaftler hat sich aber gezeigt, dass die Markierung mit FES im PET-CT eine Möglichkeit darstellt, um die Effizienz einer endokrinen Therapie  in vivo (also am lebenden Objekt) zu prüfen. Die Technologie lässt sich außerdem auch bei der Medikamentenentwicklung nutzen , um die Effektivität einzelner Präparate zu testen. (akk)

Literatur: Hannah M. Linden, Brenda F. Kurland, Lanell M. Peterson et al.: Fluoroestradiol Positron Emission Tomography Reveals Differences in Pharmacodynamics of Aromatase Inhibitors, Tamoxifen, and Fulvestrant in Patients with Metastatic Breast Cancer,Clin Cancer Res, July 15, 2011 17; 4799