San Antonio 2011: Eine Allianz fürs Überleben - Zoledronsäure und Aromtasehemmer

08.12.11

Der unmittelbare Einsatz von Bisphosphonaten in Verbindung mit einer antihormonellen Behandlung verringert die Gefahr eines Rückfalls nach Brustkrebs und erhöht das Gesamtüberleben von Frauen, die nach den Wechseljahren an Brustkrebs erkrankt waren.

Diese Langzeit-Ergebnisse aus der Zometa-Femara-Studie, der  sogenannten ZO-FAST-Studie,  stellte Richard de Boer, M.D., vom Royal Melbourne Hospital in Victoria, Australien, jetzt in San Antonio beim Brustkrebs-Symposium vor, das seit 6. Dezember und noch bis zum 10. Dezember stattfindet. Die Hinzugabe von Zoledronsäure zu einem sehr frühen Zeitpunkt der vorbeugenden (adjuvanten) Behandlung von Brustkrebs bei Frauen nach den Wechseljahren hatte zum Ergebnis, dass die Knochendichte und das krankheitsfreie Überleben deutlich zunahmen.

Um dies herauszufinden, luden die Forscher insgesamt 1.065 Patientinnen ein, an der ZO-FAST-Studie teilzunehmen: die Hälfte der Frauen stand unmittelbar vor der Einnahme des Aromatasehemmers  Letrozole und lies sich alle sechs Monate zusätzlich auch den Bisphosphonatewirkstoff  Zoledronsäure (Handelsname: Zometa) geben; die andere Hälfte der Frauen aus der Studiengruppe bekam Zoledronsäure zusätzlich, jedoch erst zu einem Zeitpunkt, wenn die Knochendichte der Patientinnen abnahm oder ein Knochenbruch drohte.

Nach 60 Monaten Nachbeobachtungszeit konnten die Studienleiter feststellen, dass “der erste Prüfpunkt der Klinischen Studie erfolgreich bestätigt wurde. FAZIT: der Wirkstoff Zoledronsäure verringerte sehr deutlich den Verlust an Knochendichte in Hüften und Lendenwirbelsäule, sagt der Australier de Boer. Der zweite angestrebte  Prüfpunkt, nämlich der eines  krankheitsfreien Überlebens der Frauen, machte sich bei den Frauen, die  von Anfang an Zoledronsäure bekamen, mit einer Risikoverringerung von 34 Prozent bemerkbar.

Die Studienärzte erhoben zudem eine Untergruppen-Analyse bei den gesamten Studienteilnehmerinnen. Bei den Frauen mit Brustkrebs, die zum Zeitpunkt der Studienteilnahme weit in den Wechseljahren gewesen waren, wirkte sich die Gabe von Zoledronsäure zusätzlich zum Aromatasehemmer Letrozole besonders günstig auf ihren Krankheitsverlauf aus: die Studiendaten zeigten ein vermindertes Rückfallrisiko von Brustkrebs von relativen 29 Prozent und ein – ebenfalls relatives, - auf 35 Prozent gesteigertes Gesamtüberleben von 35 Prozent.

De Boer: „Frauen mit Brustkrebs mit einem Hormonrezeptor-positiven Tumor, die weit in den Wechseljahren sind und eine Behandlung mit dem Aromatasehemmer Letrozole beginnen, sollten in Erwägung ziehen, das Bisphosphonat Zoledronsäure als Ergänzung zu ihrem Aromatasehemmer zu nehmen; zum einen, um ihre Knochendichte zu erhalten; zum anderen um die Gefahr eines Rückfalls zu vermeiden”.

Am 34. Brustkrebs-Symposium  von San Antonio nehmen derzeit 8.000 Experten aus mehr als 90 Ländern teil.

Quelle: R de Boer, N Bundred, H Eidtmann, P Neven, G von Minckwitz, N Martin, A Modi  and  R Coleman. Long-Term Survival Outcomes among Postmenopausal Women with Hormone Receptor-Positive Early Breast Cancer Receiving Adjuvant Letrozole and Zoledronic Acid: 5-Year Follow-Up of ZO-FAST. http://www.sabcs.org


Von: Ursula Goldmann-Posch