Schwerbehinderung - Versorgungsämter blenden medizinische Erkenntnisse aus

23.02.12

mamazone und die PONS-Stiftung helfen mit Briefvorlage beim Kampf gegen ahnungslose Behörden: „Erste-Hilfe-Brief Schwerbehinderung“

Frauen, bei denen fünf Jahre nach einer Brustkrebstherapie keine neuen Metastasen auftreten, gelten als geheilt. Die sogenannte „Heilungsbewährung“ ist eingetreten. So jedenfalls ist das vom Schwerbehindertengesetz vorgesehen. Die Versorgungsämter in den deutschen Bundesländern, die den Grad der Behinderung für Brustkrebspatientinnen festlegen, stufen nach dieser Frist die Brustkrebspatientin im Grad der Behinderung zurück. Sie verliert ihre Rechte als Schwerbehinderte. Mit zum Teil dramatischen Folgen für die Betroffenen. Denn Frauen mit Brustkrebs leiden oft dauerhaft unter vielen Symptomen ­ verursacht durch die Erkrankung und deren Behandlung.

Das Konzept der Heilungsbewährung verkennt längst bekannte medizinische Fakten und Erkenntnisse, wie etwa die Spätfolgen von Brustkrebstherapien und das unterschiedliche „Streuungsverhalten“ von Brustkrebs. Diese zeigen deutlich, dass Brustkrebs eine den ganzen Körper betreffende, komplexe, chronische Erkrankung mit individuellem Verlauf ist. Eine Krankheit, die nicht einfach nach fünf Jahren als geheilt angesehen werden kann.

Um zu verhindern, dass der Behinderungsgrad nach fünf Jahren automatisch herabgestuft wird, müssen die Patientinnen ein halbes Jahr vorher einen sogenannten „Verschlechterungsantrag“ stellen. Das Verfahren ist in den meisten Bundesländern umständlich und für manche Patientinnen schwer zu bewältigen. Mit einem „Erste­-Hilfe­-Brief Schwerbehinderung“ will mamazone e.V. deshalb den Betroffenen mit einer Briefvorlage helfen. Diese Ausfüllhilfe kann die Patientin gemeinsam mit dem behandelnden Arzt bearbeiten. 

Weitere Informationen finden Sie auf unserer Seite Erste­-Hilfe­-Brief Schwerbehinderung.


Von: Ursula Goldmann-Posch