Brustkrebs-Screening doch erfolgreich?

21.03.12

Über Nutzen oder Schaden der Brustkrebs-Früherkennung durch eine Reihenuntersuchung wird seit Jahren hart diskutiert. Gegner befürchten etwa überflüssige Therapien nach falschen Diagnosen. Im Streit um die Brustkrebs-Früherkennung weist eine neue Studie auf große Erfolge durch das Mammografie-Screening hin. Das Ergebnis der ersten 20 Jahre regelmäßiger Röntgenuntersuchungen in den Niederlanden sei ein "drastischer Rückgang" der Sterberate durch Brustkrebs, berichteten Forscher von der Universität Rotterdam am 21. März anlässlich beim 8. Europäischen Brustkrebskongress in Wien.

Im Jahr 2009 habe die Sterberate bei Frauen im Alter zwischen 50 und 75 Jahren durch Brustkrebs 31 Prozent niedriger gelegen als vor dem Programm in den Jahren 1986 bis 1988. Die Mitautorin der Veröffentlichung, Rianne de Gelder, erklärte jedoch, dass der beobachtete Rückgang der Sterberate allein durch das Screening und die darauf folgenden Therapien nicht ausreichend erklärt werden könne. Auch neuere Entwicklungen in der Brustkrebsdiagnostik und -behandlung könnten dazu beigetragen haben.

In einer dänischen Studie hatten Wissenschaftler vor zwei Jahren angezweifelt, dass die regelmäßigen Reihenuntersuchungen überhaupt signifikante Verbesserungen bringen würden. Sie kritisierten, Frauen würden eher durch Fehldiagnosen verunsichert.

Quelle: Ärztezeitung 21.3.2012


Von: Ursula Goldmann-Posch