Strahlentherapie nach brusterhaltender Operation: Weniger Rezidive und mehr Überleben

03.07.12

Aufgrund der zunehmenden Alterung der Bevölkerung erkranken in Deutschland immer mehr Frauen an Brustkrebs. Die Zahl der Todesfälle hat jedoch im letzten Jahrzehnt abgenommen. Die Deutsche Gesellschaft für Senologie führt diese günstige Entwicklung auf die Früherkennung und die verbesserte Behandlung zurück.

Die meisten Frauen in Deutschland überleben ihren Brustkrebs:  Auf knapp 75.000 Erkrankungen kommen nur etwa 17.500 Todesfälle, Tendenz fallend. Zu verdanken ist dies neben der Früherkennung vor allem der guten Zusammenarbeit verschiedener Disziplinen bei der Therapie, sagt der diesjährige Kongresspräsident der  32. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Senologie, Professor Dr. med. Wilfried Budach vom Universitätsklinikum Düsseldorf. Chirurgen, Onkologen und Strahlentherapeuten hätten in den letzten Jahren Behandlungskonzepte entwickelt, die immer besser auf das Stadium und die Aggressivität des Tumors abgestimmt werden. Als Beispiel für den Erfolg nennt Budach die Radiotherapie nach brusterhaltender Operation. Ihr Ziel ist die Vernichtung von Tumorzellen, die nach der Operation in der Brust zurückbleiben.
 
„Ob diese Therapie einen Überlebensvorteil bringt, war lange umstritten“, berichtet Budach. Es wurde bezweifelt, dass die Bestrahlung wirklich notwendig ist, so der Experte weiter. Aktuelle Studiendaten zeigen laut Budach jedoch, dass es in den zehn Jahren nur halb so häufig zu einem Rückfall des Tumors in der Brust kommt, wenn die Frauen eine Bestrahlung erhalten. Nach 15 Jahren sinke bei Patientinnen mit hohem Rückfallrisiko die Zahl der Brustkrebstodesfälle um circa zehn Prozent.

Die 32. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Senologie findet vom 5.-7. Juli in Stuttgart statt.

Quelle: Journal Onkologie