Chemowirkstoff Halichondrin in die S3-Leitlinie aufgenommen

19.07.12

Im Juli 2012 wurde das seit einem Jahr zugelassene Halichondrin-Analogon „Eribulin“ als einzeln zu verabreichende Chemotherapie (Monochemotherapie) in die S3-Leitlinie Brustkrebs der Deutschen Krebsgesellschaft (DKG) aufgenommen. Auch die Arbeitsgemeinschaft Gynäkologische Onkologie (AGO) empfiehlt „Eribulin“ in ihren aktuellen Leitlinien als eine Therapie der ersten Wahl bei Frauen mit metastasiertem Brustkrebs nach Vorbehandlung mit Taxanen und Anthrazyklinen.

Der innovative Wirkstoff aus einem Meerschwamm ist ein Mikrotubulihemmer, der weder auf Taxanen noch auf Vincaalkaloiden beruht und somit über einen spezifischen Wirkmechanismus zur Auslösung des natürlichen Selbstmordprogramms der Zelle verfügt.

In der EMBRACE-Zulassungsstudie führte Eribulin bei Taxan- und Anthrazyklin-vorbehandelten Frauen mit metastasiertem Mammakarzinom zu einer signifikanten (p=0,014; HR 0,74) und klinisch relevanten Verlängerung des Gesamtüberlebens von im Mittel 10,5 auf 13,2 Monate gegenüber der Vergleichsgruppe. Erste Ergebnisse weiterer Studien deuten auf ein großes Potenzial des Halichondrin-Analogons Eribulin hin.

Für Frauen mit metastasiertem Mammakarzinom fehlt bislang eine Standardtherapie nach Behandlungen mit Anthrazylinen und Taxanen. Dabei sind die vorrangigen Therapieziele neben der Lebensverlängerung auch die Symptomkontrolle und der Erhalt einer guten Lebensqualität.

Quelle: JournalOnkologie