Krebsdiagnose über Atemtest? Das Projekt NA-NOSE.

01.02.13

Krebs im frühest möglichen Stadium erkennen zu können wäre ein gemeinsames Traumziel von Ärzten und Patienten, denn eine echte Früherkennung eröffnet beste Heilungschancen und schonendere Behandlungsmöglichkeiten.

Hoffnung macht in dieser Hinsicht das neu entwickelte Testverfahren NA-NOSE, (Nano Artificial Nose), welches durch einen speziellen Atemtest kleinste, aber dennoch aussagekräftige Veränderungen entdecken soll, die u.a. auch bei Krebserkrankungen auftreten.

Finanziert wurde das Projekt mittels einer Subventionierung des Marie Curie Excellence Teams durch die Europäische Kommission, um vielversprechenden wissenschaftlichen Persönlichkeiten Spitzenforschung zu ermöglichen.

Erste Tests identifizierten korrekt Tumorpatienten und erfassten auch mit hoher Treffsicherheit die gesunden Probanden der Kontrollgruppe.

Bei NA-NOSE-Sensoren, die man auch als „elektronische Nase“ bezeichnen kann, werden Gold-Nanopartikel eingesetzt, die kleinste molekulare Artefakte im Blut von Krebspatienten entdecken können. Anhand der Ergebnisse kann in unterschiedliche Krebsarten differenziert werden, u.a. ist auch eine Brustkrebserkrankung auf diesem viel versprechenden Weg aufzuspüren.

Leider steckt diese neue Diagnosemöglichkeit noch in den Kinderschuhen, wie Prof. Hossam Haick vom Israel Institute of Technology (Technion) erläuterte. Weitere Tests seien zur Absicherung des Verfahrens notwendig, doch könnte die NA-NOSE eventuell in drei Jahren bereits für Brust- und Kolorektalkarzinome zum Einsatz kommen.

Diese zuverlässige, nicht-invasive und vergleichsweise kostengünstige Screening-Methode könnte eine neue Ära der Krebsfrüherkennung einläuten, so Haick.


Literaturhinweis:
Developing and studying artificial olfactory systems based on nanocomposite materials for detecting cancer via breath samples.
Projekt-Website: http://lnbd.technion.ac.il

Quelle: Journal Onkologie, Januar 2013.


Von: Gertrud Rust (mamazone-Bodensee)