aTTom-Studie: Verringertes Risiko eines späten Rezidivs bei 10-jähriger Tamoxifen-Gabe

06.08.13

Ein Problem in der Behandlung des hormonabhängigen Brustkrebs mit Tamoxifen ist das späte Rezidiv, welches häufig erst 5 Jahre nach der Therapie auftritt. Diese Problematik blieb auch mit Verbesserung der adjuvanten Therapie durch Aromatasehemmer und Trastuzumab bestehen. Vor annähernd 20 Jahren wurde die aTTom-Studie begonnen, um bei einem großen Patientenkollektiv zu prüfen, ob das Rezidivrisiko mit einer 10-jährigen im Vergleich zur üblichen 5-jährigen Tamoxifen-Gabe gesenkt werden kann.

Mehrere Studien untersuchten die Gabe von Tamoxifen über 5 Jahre hinaus, mit unterschiedlichen Ergebnissen: Bisher hatte nur die im Lancet veröffentlichte ATLAS-Studie, an der 12.894 Frauen mit frühem Brustkrebs teilnahmen, für die 6.846 hormonrezeptor-positiven Patientinnen eine Risikoreduktion in Bezug auf Fortschreiten der Erkrankung und Sterblichkeit, hauptsächlich ab 10 Jahre nach Therapie, beobachtet.

Auf dem ASCO-Kongress 2013 präsentierte Richard G. Gray nun die Daten der aTTom-Studie, die bei 6.953 Patientinnen eine 5-jährige gegen die 10-jährige Tamoxifen-Gabe verglich. Das Rezidivrisiko war in den ersten 5 Jahren nach Randomisierung für beide Studienarme identisch. Erst im Zeitraum von 7-9 Jahren nach Randomisierung wurde ein Vorteil für die 10-jährige Tamoxifen-Therapie beobachtet. Auch das Gesamtüberleben war erst nach 10-jähriger Tamoxifen-Gabe verlängert.

Das größte Risiko einer längeren Tamoxifen-Gabe war die Entwicklung eines Endometriumkarzinoms, welches signifikant häufiger bei Frauen im 10-Jahre-Tamoxifen-Arm auftrat.

Die zusammengefügten Daten der ATLAS- und der aTTom-Studie bestätigen zwar den fehlenden Vorteil einer 5 Jahre längeren Tamoxifentherapie bezüglich der Brustkrebssterblichkeit in den Jahren 5-9 nach Randomisierung, zeigen aber in den Jahren 10 und darüber hinaus eine signifikante Risikoreduktion von 25 Prozent und über alle Jahre zusammengenommen immerhin noch eine Risikoreduktion von 15 Prozent.

Aus: Journal Onkologie - Zeitschrift online - Ausgabe 06-13 Literatur: Gray RG, et al. ASCO 2013, Plenary Session, Abstr. #5