Kadcyla – wenn die Chemo mit Trastuzumab Huckepack geht

22.11.13

Die Europäische Kommission hat soeben die Zulassung für Trastuzumab-Emtansine, oder auch T-DM1 genannt, erteilt. Das zielgerichtete Medikament für HER2-positive Tumoren ist unter dem Handelsnamen Kadcyla® erhältlich. Die erste Antikörper-Wirkstoff-Verbindung des Herstellers Roche ist für die Behandlung von Patientinnen mit vorbehandeltem HER2-positivem fortgeschrittenem Brustkrebs zugelassen.

Kadcyla ist als Einzeltherapie bei Erwachsenen mit HER2-positivem, nicht operierbarem, lokal fortgeschrittenem oder metastasierendem Brustkrebs vorgesehen, die zuvor Herceptin® (Trastuzumab) und ein Taxan einzeln oder in Kombination erhielten. Gemäß der Indikation sollten die behandelten Frauen entweder bereits eine Behandlung ihres lokal fortgeschrittenen oder metastasierenden Tumors erhalten haben oder einen Rückfall der Erkrankung während oder innerhalb von sechs Monaten nach einer adjuvanten Therapie erlitten haben.

Die Zulassungsentscheidung stützt sich auf die Ergebnisse der Phase-III-Studie EMILIA. In dieser Studie wurden Patientinnen, deren HER2-positiver fortgeschrittener Brustkrebs zuvor mit Herceptin und einem Taxan behandelt worden war, in zwei Vergleichsarme aufgeteilt: eine Patientinnengruppe erhielt die Therapie mit Kadcyla, die andere eine Standardbehandlung mit Lapatinib und Xeloda® (Capecitabin). Die Frauen, die Kadcyla erhielten, überlebten statistisch deutlich länger als diejenigen unter Lapatanib und Xeloda (30,9 vs. 25,1 Monate) und lebten 9,6 Monate länger, ohne dass ihre Erkrankung weiter fortschritt. Unter der Therapie mit Kadcyla traten zudem weniger der mit einer Chemotherapie einhergehenden Nebenwirkungen auf, da das Medikament aufgrund seiner zielgerichteten Wirkungsweise direkt an den Krebszellen angreift und gesundes Gewebe weniger schädigt.

Dieses sogenannte Antikörper-Wirkstoff-Konjugat verbindet zwei krebshemmende Eigenschaften miteinander: Die HER2-Hemmung durch den Antikörper Trastuzumab (den Wirkstoff von Herceptin) und die zellabtötende, zytotoxische Wirkung durch das Chemotherapeutikum DM1.