Weiterarbeiten mit Brustkrebs?

10.12.13

Dr. Ingrid Resch: Kein Zwang für alle Frauen

Die französische Familienministerin Dominique Bertinotti hat ihre Brustkrebserkrankung verschwiegen und während der monatelangen Chemotherapie weitergearbeitet. Ihre Kabinettskollegen loben jetzt ihre Tapferkeit, doch viele betroffene Frauen sind empört. In Frankreich ist eine heftige Debatte über den Umgang mit Brustkrebs entbrannt.

"Eine solche Debatte wünschen wir uns auch in Deutschland", sagte Dr. Ingrid Resch, Vorsitzende des Vereins zur Förderung der Senologie/Brustklinik e. V. und ehrenamtliche Leiterin von zebra, einer Beratungs- und Hilfsorganisation für Brustkrebspatientinnen: "Brustkrebs ist immer noch mit großen Ängsten belegt. Das Beispiel der französischen Ministerin zeigt nun, dass Frauen sehr wohl Krebs haben und weiterarbeiten können. Kritisch sehen wir es aber, wenn daraus ein Zwang für alle Frauen wird. Nicht jede Frau kann während der Behandlung weiterarbeiten, vielen fehlt die Kraft. Ob eine Frau während ihrer Krebsbehandlung weiterarbeiten kann, hängt vom Schweregrad ihrer Brustkrebserkrankung und auch von der Art ihrer beruflichen Tätigkeit ab. Es ist ein großer Unterschied, ob der Arbeitsplatz ein Schreibtisch ist oder eine Werkstatt."

Die Brustkrebsexpertin rät betroffenen Frauen, sich die Entscheidung für die Weiterarbeit bzw. Krankschreibung gut zu überlegen:

  • Welchen körperlichen Belastungen bin ich bei meiner Arbeit ausgesetzt?
  • Wie groß ist die Belastung mit Stress?
  • Kann ich notfalls Arbeit an Kollegen delegieren, wenn ich kurzfristig ausfalle?
  • Kann ich es mir leisten, langsamer, mit Pausen oder evtl. weniger konzentriert zu arbeiten?
  • Wie verständnisvoll sind meine Vorgesetzten und Kollegen?
  • Und vor allem: Hilft es mir, wenn ich arbeite? Lenkt es mich von dem Gedanken an meine Krankheit ab, tut mir der Alltag mit Kollegen gut?

Dr. Ingrid Resch: "Frauen sollten auf jeden Fall mit ihrem Arbeitgeber über ihre Erkrankung sprechen. Brustkrebs zu verheimlichen, wie es die französische Ministerin getan hat, hilft weder der Frau selbst, noch den anderen Betroffenen, es ist ein Rückschritt in die Zeiten, als die Krankheit noch mit Tabus belegt war. Wer weiterarbeitet, ist keine Heldin, und wer sich krankschreiben lässt, ist nicht zimperlich."

Welche Therapie soll ich wählen, was kann ich selbst tun, um gesund zu werden, wo finde ich psychologische Hilfe für mich und meine Angehörigen?

Antworten auf all diese und viele weitere Fragen bietet der neue zebra-Ratgeber DIAGNOSE BRUSTKREBS. Dieser ist gegeb eine Schutzgebühr von 3 Euro zzgl. Porto erhältlich beim

Zentrum für Brustgesundheit und Brustkrebsangelegenheiten
Prinz- Georg-Str. 63
40479 Düsseldorf

Telefon: 0211/92 93 93 5, E-Mail: info@zebra-brustkrebs.de

Quelle: JournalOnkologie 04122013/Verein zur Förderung der Senologie/Brustklinik e.V.