Patientinnen bevorzugen subkutane Verabreichung von Trastuzumab

14.01.14

Seit Ende August 2013 ist eine subkutane (SC) Formulierung des bewährten Antikörpers Herceptin® (Trastuzumab) für die Behandlung von Frauen mit einem HER2-positiven Mammakarzinom zugelassen. Herceptin SC lässt sich in weniger als fünf Minuten per Spritze in das Unterhautfettgewebe des Oberschenkels verabreichen. Fast 90 Prozent der Patientinnen ziehen die neue Darreichungsform der intravenösen Applikation vor - das belegen aktuelle Daten der PrefHer-Studie, die erstmals im Dezember 2013 auf dem San Antonio Breast Cancer Symposium (SABCS) vorgestellt wurden.

Primäres Ziel der Phase-II-Studie PrefHer war es, die Vorliebe der Patientinnen hinsichtlich der subkutanen oder intravenösen Verabreichung von Herceptin zu ermitteln. Dafür wurden 488 Patientinnen mit HER2-positivem Mammakarzinom im Frühstadium postoperativ und nach Abschluss einer (neo-)adjuvanten Chemotherapie in zwei jeweils zweiarmige Kohorten randomisiert. In beiden Kohorten erhielten die Patientinnen Herceptin sequenziell subkutan und intravenös verabreicht. In Kohorte 1 (n = 248) erfolgte die subkutane Applikation mittels eines Einweg-Injektionsgeräts, in Kohorte 2 (n = 240) manuell per Spritze.
Die präsentierten Ergebnisse der zweiten Kohorte belegen den hohen Stellenwert von Herceptin SC für die Patientinnen: 86,1 Prozent der Frauen bevorzugten die subkutane Darreichung von Herceptin per Spritze gegenüber der intravenösen Applikation (12,6 Prozent). Die aktuelle Analyse bestätigt damit die bisherigen Erkenntnisse aus der ersten Kohorte der PrefHer-Studie. Die Auswertung der ersten Kohorte, die im Frühjahr 2013 präsentiert wurde, hatte bereits eine deutliche Präferenz der Patientinnen für Herceptin SC gezeigt: Damals hatten neun von zehn Patientinnen (91,5 Prozent) angegeben, die subkutane Darreichung von Herceptin via Einweg-Injektionsgerät der intravenösen Applikation vorzuziehen.
Zeitgewinn für Patientinnen und medizinisches Fachpersonal
Wichtigster Vorteil von Herceptin SC für die Patientinnen ist die enorme Zeitersparnis. Während die intravenöse Applikation bis zu 90 Minuten in Anspruch nimmt, wird Herceptin SC per Spritze in weniger als 5 Minuten verabreicht. Zusätzlich empfinden viele Patientinnen die subkutane Darreichung als weniger schmerzhaft. Auch das medizinische Fachpersonal profitiert von der neuen Darreichungsform: Herceptin SC liegt als gebrauchsfertige Lösung in einer vom Körpergewicht der Patientin unabhängigen fixen Dosierung von 600 mg vor - eine Loading Dose zu Beginn der Therapie entfällt. Die geringe Vorbereitungszeit und schnelle Gabe von Herceptin SC ermöglichen somit ein flexibles Zeitmanagement im Klinikalltag. Die aktuellen Ergebnisse der PrefHer-Studie bestätigen: 81,2 Prozent des medizinischen Fachpersonals waren mit Herceptin SC mittels Spritze am zufriedensten - lediglich 4,3 Prozent bevorzugten die intravenöse Applikation.

Basis der Zulassung von Herceptin SC für die Behandlung von Frauen mit HER2-positivem Brustkrebs waren die Ergebnisse der HannaH-Studie. Die Phase-III-Studie belegt, dass die subkutane und intravenöse Anwendung von Herceptin sowohl hinsichtlich der Wirkstoffkonzentration im Blut als auch der pathologischen Komplettremissions-Rate (pCR) zum Zeitpunkt der Operation (SC: 45,4 Prozent bzw. i.v.: 40,7 Prozent) äquieffizient, also gleichwertig sind. Beide Formulierungen von Herceptin erwiesen sich zudem als sicher und gut verträglich.

Literaturhinweise:
Pivot X et al., SABCS 2013; Poster P4 12-11; Pivot X et al., Lancet Oncology 2013; 14(10): 962-70; Ismael G et al., Lancet Oncology 2012; 13(9): 869-78

Quelle: JournalOnkologie 06012014