Brustkrebs: Spinale Tumor-Ablation gegen Wirbelsäulen-Metastasen

15.05.14

In Deutschland erkrankt jede neunte Frau mindestens einmal im Leben an Brustkrebs. Damit stellt das sogenannte Mammakarzinom die häufigste Krebserkrankung bei Frauen dar. Streuen die bösartigen Tumore weiter, entstehen Metastasen, die sich bei Brustkrebs in 80% der Fälle im Wirbelkörper befinden. Patientinnen leiden daher oftmals unter starken Rückenschmerzen. Im schlimmsten Fall treten Taubheitsgefühle oder gar Querschnittslähmungen auf.

"Um Patienten von schmerzhaften Wirbelkörpertumoren zu befreien, behandeln wir sie mit einem neuartigen Verfahren namens Spinale Tumor Ablation durch Radiofrequenzenergie, kurz STAR™ Ablation genannt", erklärt Dr. Hans Goost, Chefarzt der Orthopädie und Unfallchirurgie im Krankenhaus Wermelskirchen. "Dabei zerstört Radiofrequenzenergie die gefährlichen Wirbelmetastasen punktuell und entstandene Hohlräume lassen sich im selben Schritt mit einem speziellen Knochenzement wieder auffüllen." Brustkrebspatientinnen müssen so die lebensnotwendige Chemotherapie nicht aussetzen und Krankenkassen übernehmen die Kosten für den minimalinvasiven Eingriff, der nur wenige Minuten dauert.


Begleiterscheinungen schwächen den Körper

Liegt ein metastasierendes Mammakarzinom vor - also Brustkrebs, der bereits in andere Körperregionen streut -, kommen sogenannte Zytostatika zum Einsatz. Mit dieser Substanz lässt sich das Wachstum von Tumorzellen und somit die Metastasenbildung hemmen oder verzögern. Da Tochtergeschwulste bei Brustkrebs häufig den Knochen befallen, leiden Patientinnen außerdem unter gestörten Auf- und Abbauprozessen. In der Folge kommt es daher zu spontanen Brüchen, die meist ohne erkennbare Ursache auftreten und den gesamten Körper schwächen. Baut sich viel Knochensubstanz ab, gelangt Calcium ins Blut, das in hoher Dosis den Stoffwechsel - vor allem Herz und Nieren - negativ beeinflusst. Um ihr Skelett zu stärken, erhalten Frauen daher zusätzlich sogenannte Bisphosphonate.

Lagern sich Metastasen am Rücken ein, greifen sie die kleinen Wirbelkörper an. In der Folge leiden viele Betroffene unter starken Bewegungseinschränkungen und Schmerzen. Bisher galt die operative Entfernung dieser Fremdkörper als unbefriedigend. Denn anatomisch komplexe Strukturen im rückenmarksnahen Bereich erforderten oft mehrere Operationen, die eine zusätzliche Belastung für Patienten darstellten. Auch die Chemotherapie setzte für diese Zeit aus. "Die STAR™ Ablation ermöglicht uns nun, unsere Patienten minimalinvasiv und schonend von ihren Tumorbeschwerden im Knochen zu befreien", erklärt Dr. Goost. "Unter Lokalanästhesie führen wir über einen minimalinvasiven Zugang ein navigierbares System an das Krebsgeschwür heran und zerstören dies mittels Hitze. Während des Eingriffs kontrollieren wir die Temperatur im Inneren des Wirbelkörpers genauestens, sodass sensible umliegende Strukturen geschützt bleiben." Sofern notwendig, lässt sich der entstandene Hohlraum anschließend mit einem sehr zähflüssigen Knochenzement wieder auffüllen. Durch die schonende Vorgehensweise stellt sich eine sofortige Schmerzreduktion ein und die Lebensqualität von Betroffenen erhöht sich innerhalb weniger Tage.

Weitere Informationen unter www.dfine.eu

Quelle: Krankenhaus Wermelskirchen / JournalOnkologie 14.05.2014