Klinische Studien

Härtetest für die Hoffnung


Neue, vielversprechende Medikamente und Behandlungsstrategien gegen Brustkrebs müssen einen festen Ablauf zur Prüfung im Rahmen klinischer Studien durchlaufen.

Patientinnen, die an Tests für die Forschung teilnehmen, sind keine Versuchskaninchen. Sie haben vielmehr die Chance, in bestimmten therapeutischen Situationen zuerst von Erkenntnissen aus der Forschung zu profitieren. Die Therapie- verfahren sind jedoch noch nicht etabliert, daher gibt es immer auch Risiken, über die Sie als Patientin genau informiert werden müssen. Mit ihrer Unterschrift müssen Studienteilnehmerinnen vor dem Beginn der Behandlung bestätigen, dass sie freiwillig an einer Studie teilnehmen, deren Ausgang noch offen ist. Die Teilnahme kann jederzeit abgebrochen werden.

 

Testphasen Klinischer Studien

Doppelt blind? Multizentrisch? Randomisiert? – Studien-Latein erklärt

Schutz der Patienten – Good Clinical Practice

Die Bereitschaft zur Teilnahme ist hoch

Caring about Women and Cancer (CAWAC) ist eine europäische Initiative zur Erfassung und Verbesserung der Situation krebskranker Frauen. Im Rahmen einer europaweiten Frageaktion äußerten über 75 % der deutschen Brustkrebspatientinnen ihre Bereitschaft, an Klinischen Studien teilzunehmen. Viele bedauerten, von ihren behandelnden Ärzten nicht danach gefragt worden zu sein. Inhaltlich wurde die Initiative von unabhängigen Beratungsgremien gestaltet, die Umsetzung von dem internationalen Pharmaunternehmen Bristol-Myers Squibb finanziert. Europaweit wurden mehr als 13.000 Frauen mit Brustkrebs und Unterleibstumoren in 16 Ländern befragt.

Viele Patientinnen in Deutschland wären bereit, an qualitativ hochwertigen, zukunftsweisenden Behandlungsstudien teilzunehmen, wenn sie davon wüssten.

Laut den Auswertungen einer internationalen Erhebung von HarrisInteractive hatten nur 9 % der befragten Deutschen die Möglichkeit an einer Studie teilzunehmen, wohingegen 43 % ihr Interesse an einer Studienteilnahme bekundeten. Wünschenswert wäre daher, eine bessere öffentliche Information potenzieller Studienteilnehmer im Sinne einer deutschsprachigen, verständlichen und bundesweiten Informationsquelle. Hilfreich können dazu Internetseiten wie www.klinische-forschung-deutschland.de gesehen werden. Hier können sich Patienten registrieren und ohne aufwändige Suche über Studien in ihrer Umgebung informieren. Mit vorausgesetztem Einverständnis können die Kontaktdaten an passende Prüfzentren übermittelt werden. Weitere Informationen zur Studienlandschaft Deutschland und Möglichkeiten einer optimierten Rekrutierung finden Sie im Artikel der Deutschen Zeitschrift für Klinische Forschung (DZKF) 2006.

Dennoch – ein zentrales Register für alle Studien in Deutschland gibt es zum momentanen Zeitpunkt nicht. Verwirrend viele Studiengruppen, eine nur eingeschränkte Meldepflicht und keine allgemeine Zugänglichkeit vieler relevanter Daten macht die Information für Patientinnen undurchsichtig.

Als Ansprechpartner sollten die Patientinnen auch Ihren behandelnden Arzt sehen und die Suche nach einer Studie gemeinsam mit ihm umsetzen.

Einen ersten Überblick gibt jedoch mittlerweile die Studiendatenbank der Deutschen Gesellschaft für Senologie. Hier können Sie sich über in Deutschland durchgeführte Klinische Studien für Frauen mit Brustkrebs informieren. Mehr Informationen finden Sie im gemeinsamen Flyer der Deutschen Gesellschaft für Senologie und mamazone – Frauen und Forschung gegen Brustkrebs e.V.

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Fortschrittliche Versorgung im Nachbarland

In Österreich werden annähernd alle Brustkrebspatientinnen in Studien behandelt, was vor allem der ausgezeichneten Arbeit von Österreichs erfolgreichster Studiengruppe zu verdanken ist. Die ABCSG (Austrian Breast & Colorectal Cancer Study Group) besteht seit 27 Jahren und ist international höchst anerkannt. In dieser Zeit nahmen mehr als 23.000 Patienten an klinischen Studien der ABCSG zu Brust- und Darmkrebs teil. Betreut werden sie von 100 ABCSG-Zentren, 700 Prüfärzten und 200 Study Nurses. Das macht Österreich zum Hauptschauplatz der diesbezüglichen Forschung.

Der onkologische Chirurg Prof. Michael Gnant aus Wien, konnte in einer Untersuchung zeigen, dass das Gesamtüberleben von Studienteilnehmerinnen besser ist. Eine aktuelle Studie (ABCSG-18), mit mehr als 2.500 teilnehmenden Patientinnen in Österreich, befasst sich mit dem Einsatz des Antikörpers Denosumab.

Weitere Informationen

BrustkrebsStudien

Klinische Forschung für Betroffene

Kooperation der Deutschen Gesellschaft für Senologie (DGS), Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG) und Arbeitsgemeinschaft Gynäkologische Onkologie (AGO)

Hilfe bei der Suche nach geeigneten, aktuellen Brustkrebs-Studien

www.brustkrebs-studien.de

SenoPedia

Unter der Schirmherrschaft der Deutschen Gesellschaft für Senologie
Klinische Studien – Studiensuche

http://studien.senopedia.info

EU-Register für Studien

Studiendatenbank der EMA (Europäische Arzneimittelbehörde)
im Aufbau seit März 2011 in englischer Sprache, das Register soll alle in Europa durchgeführten Arzneimittelstudien enthalten

Blauer Ratgeber Klinische Studien

Herausgeber: Deutsche Krebshilfe

Broschüre zum Download

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