Kur- und Anschlussbehandlung

Mit Brustkrebs in die Kur – ab in die Klinik oder ambulant von zu Hause?

Die sogenannte Anschlussheilbehandlung (AHB, oder auch Anschlussrehabilitation (AR) genannt) nach Krebs wird vor Abschluss des Klinikaufenthaltes als erste Rehabilitationsmaßnahme eingeleitet. Im Regelfall wird die AHB beim Rentenversicherungsträger beantragt. Der Sozialdienst des Krankenhauses und ihr behandelnder Arzt können Sie bei der Beantragung unterstützen. Möglich ist auch eine zweite Kur im Folgejahr bzw. bis zum Ablauf von 3 Jahren.

Die AHB dauert in der Regel 3 Wochen, kann bei entsprechender Indikation auch verlängert werden. Die AHB sollte innerhalb eines „angemessenen“ Zeitraums nach Abschluss der Akutbehandlung angetreten werden, hier gelten maximal 5 Wochen als Richtwert. In Ausnahmefällen mit medizinischer Indikation kann diese Frist verlängert werden.

Leistungen der medizinischen Rehabilitation:

  • Arzneimitteltherapie
  • ärztliche und pflegerische Behandlung
  • Ergotherapie
  • Physiotherapie (gegen Beeinträchtigungen der Schulter-Arm-Beweglichkeit nach Brustoperationen)
  • Sporttherapie (Wiederherstellung von körperlicher Leistungsfähigkeit, Linderung des Erschöpfungs-Syndroms („Fatigue“) sowie psychosozialer Belastungen)
  • manuelle Lymphdrainage (Behandlung von Lymphödemen und stauungsbedingten Infektionen im Armbereich)
  • psychosoziale Angebote (Verbesserung der Lebensqualität, Unterstützung bei der Krankheitsverarbeitung, Abbau von Angst und Depressionen)


Die Rehabilitationsmaßnahme kann stationär (Aufenthalt in einer Kurklinik), teilstationär oder ambulant (von zu Hause aus) durchgeführt werden. Für welche Variante Sie sich entscheiden, kann individuell von der familiären Situation, der eigenen Präferenz, möglicherweise laufenden Therapien und dem Angebot vor Ort abhängig sein.

Die ambulante Reha unterscheidet sich inhaltlich nicht von einer stationären Kur. Sie nehmen von morgens bis zum späten Nachmittag an den Behandlungen und Anwendungen teil und können anschließend wieder nach Hause gehen und dort auch die Nacht und das Wochenende verbringen.

Alternativ zur AHB gibt es weitere Möglichkeiten für eine Kur - falls der Beginn einer Reha-Maßnahme medizinisch nicht in der Frist einer AHB indiziert ist, kann der Arzt des Krankenhauses eine Anschlussgesundheitsmaßnahme (AGM) einleiten. Der Beginn dieser AGM wird individuell festgelegt, die Prüfung der Voraussetzung erfolgt durch die Rentenversicherung. Die sogenannte Nach- und Festigungskur erfolgt nicht direkt im Anschluss an die Akutbehandlung, sondern kann bis zum Ablauf eines Jahres nach einer beendeten Primärbehandlung gewährt und durchgeführt werden. Auch die Nach- und Festigungskur dauert in der Regel 3 Wochen und kann nötigenfalls verkürzt oder verlängert werden.

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Welche Möglichkeit passt zu mir?

  • Viele Frauen mit Brustkrebs haben zunächst Angst, mit ihren Leidensgenossinnen zusammenzutreffen. Überlegen Sie deshalb, ob es für Sie passt, in eine Krebsklinik auf Kur zu gehen. Vielleicht ist Ihnen die angenehme Atmosphäre in einer Kurklinik für Patienten mit verschiedenen Erkrankungen lieber. Die Spezialisierung in der Behandlung von Geist, Körper und Seele von Krebskranken ist jedoch dort am besten, wo ausschließlich Tumorpatienten auf Kur sind.
  • Manche Frauen wollen nach Abschluss ihrer Behandlung nichts mehr von ihrem Brustkrebs wissen. Und schon gar nicht vom Brustkrebs der anderen. Deshalb bevorzugen sie es, keine Kur zu machen, sondern mit ihrem Mann in Urlaub zu fahren. Auch das ist ein Weg.
  • Wenn Sie Kinder unter 12 Jahren oder ein behindertes Kind haben, das auf Hilfe angewiesen ist, können Sie für die Dauer Ihrer Kur eine Haushaltshilfe beantragen. Falls Sie Ihr Kind mitnehmen wollen oder anderweitig unterbringen möchten, können Sie auch diese Ausgaben bis zur Höhe der Kosten für eine Haushaltshilfe bei Ihrer Versicherungsanstalt geltend machen (Paragraph 54, Sozialgesetzbuch IX).

Besondere Projekte: Rehamaßnahme/Schwerpunktkur für krebskranke Mütter und ihre Kinder

Die Rexrodt von Fircks Stiftung setzt sich mit 2 Stiftungsprojekten dafür ein, an Krebs erkrankten Müttern und ihren Kindern Unterstützung für einen heilsamen Umgang miteinander zu geben.

„Gemeinsam gesund werden“ startete mit Unterstützung der Krankenkassen im Oktober 2006 in der Klinik Ostseedeich in Grömitz an der Ostsee. Im Rahmen eines dreiwöchigen Rehabilitationsaufenthaltes können Mütter, die an Brustkrebs erkrankt sind, dort im Anschluss an ihre Ersttherapie gemeinsam mit ihren Kindern für drei Wochen mit Hilfe eines neuartigen Behandlungsprogramms unterstützt werden. Gestützt durch ein Team von Internisten, Gynäkoonkologen, Psychoonkologen, Physiotherapeuten, Sportmedizinern, Ernährungsexperten, Sozialpädagogen und erfahrenen Kindertherapeuten können Mütter und ihre Kinder gemeinsam gesunden.

Diese als Projekt laufende Rehamaßnahme wird von allen Angestellten-Krankenkassen, vielen Verbänden und einigen privaten Krankenversicherungen sowie der Rexrodt von Fircks Stiftung unterstützt.

Die Beantragung dieser Rehabilitationsmaßnahme für Mutter und Kind im Sinne §41 SGBV erfolgt über Ihre Krankenkasse. Bei der Antragstellung berät und unterstützt gerne das

Mutter-Kind-Hilfswerk e.V.
Frau Barsuhn
Telefon: 04562 – 253405
E-Mail: barsuhn(at)mutter-kind-hilfswerk.de

Die Schwerpunktkur „Zusammen stark werden“ seit Februar 2011 hat vor allem als Ziel, die psychosomatischen Folgen der Krebserkrankung zu erkennen, zu mildern und die Familie in einem ganzheitlichen Ansatz mit psychologischer Hilfe zu unterstützen. Weitere Informationen finden Sie hier.

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Weitere Informationen

Frauenselbsthilfe nach Krebs Bundesverband e.V.

Broschüre „Rehabilitation für Brustkrebspatientinnen und –patienten“
zum Download

Reha-Servicestellen

Verzeichnis der Reha-Servicestellen gegliedert nach Trägern, Ort oder Bundesland.

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