Tumormarker: Terroristen oder Alarmanlage?

von Ursula Goldmann-Posch

Tumormarker sind körpereigene Stoffe, die kranke aber auch gesunde Menschen produzieren. Diese Merkmale werden »tumorassoziierte Antigene« genannt. Sie können, aber müssen nicht notwendigerweise ein Krebsgeschehen begleiten.

Deshalb ist auch die Festsetzung von Grenzwerten, die ein Tumormarker nicht übersteigen darf, völlige Labortheorie. Denn jeder Mensch hat seinen eigenen „Ausgangswert“ bei der Freisetzung eines Tumormarkers. Krebszellen können durch ihre Aktivität im Körper dafür sorgen, dass das „Ausspucken“ dieser Stoffe in das Blut besonders stark angekurbelt wird. Dies kann man durch Labortests im Serum messen.

Sind Tumormarker Terroristen?

von Ursula Goldmann-Posch

Die klassischen Brustkrebs-Tumormarker heißen CA 15-3 (CA: Abkürzung für cancer antigen) und CEA (carcinoembryonales Antigen). Inzwischen weisen Studien darauf hin, dass auch der klassische Tumormarker für den Eierstockkrebs, CA 125, sowie andere nicht krebstypische Serummarker wie LDH und CRP weitere Mosaiksteine in der biochemischen Früherkennung eines Rückfalls nach Brustkrebs sein könnten. Und: dass sich die meisten Rückfälle innerhalb des vom Labor festgesetzten Tumormarker-Grenzwerts ereignen.

Die Frage des Nutzens dieser Rückfall-Alarmanlage im Blut ist vor allem deshalb umstritten, weil viele Labors diese Tests nicht richtig anwenden und manche Ärzte die damit verbundenen Ergebnisse falsch deuten.

Daraus ergeben sich folgende Fragen:

Frage 1: Sind Tumormarker nur »Terroristen« für Patientinnen oder können sie tatsächlich frühzeitig – das heißt sogar noch vor dem Sichtbarwerden von Metastasen auf dem Röntgenbild – auf die Gefahr eines Rückfalls aufmerksam machen?

Frage 2: Leben Patientinnen länger, wenn stetig steigende Tumormarker – als Frühwarnsystem für Metastasen – durch eine angemessene Behandlung auf ihren ursprünglichen Ausgangswert heruntergedrückt werden?

Zwei kleine Studien aus den Jahren 1994 und 1995 konnten zeigen, dass es so ist. Doch die Finanzierung einer groß angelegten Tumormarker-Studie zu dieser Fragestellung wurde von der Deutschen Krebshilfe zwei Mal abgelehnt. Die Leiterin dieser Studie, Dr. Petra Stieber vom Münchner Uniklinikum Großhadern, ließ nicht locker. Sie hat erste, ermutigende Zwischenergebnisse vorgelegt. Inzwischen steht auch das Studienprotokoll der weltweit ersten Studie fest, das die Nachsorge von heute auf den Prüfstand stellen soll: PONS ist die Abkürzung von Patienten Orientierte Nachsorge Studie (www.pons-stiftung.org).

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Weitere Informationen

Weitere Informationen über Tumormarker unter: www.tumor-marker.org

Kontakt
Forschungsbereich Onkologische Labordiagostik Institut für Klinische Chemie
Klinikum der Universität München
- Campus Großhadern -
Marchioninistr. 15
D-81377 München, Germany

Tel.: +49 89 7095 6115
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