Sport und Ernährung

Es ist sicher unbestritten, dass Sport und eine gesunde Ernährung wichtig für die Gesundheit von Körper und Geist sind. Neue wissenschaftliche Studien beweisen: Ernährung, Bewegung und Lebensstil können das Risiko senken, an Brustkebs zu erkranken oder auch einem Rückfall vorbeugen.

Die Meinungen darüber, wer wann wieviel Sport "verträgt" und welche Ernährung nun "die Richtige" ist sind jedoch umstritten und letztendlich natürlich auch sehr individuell.

Hier antwortet der Experte

Dr. Peter Konopka, Internist, Sportmediziner und Yoga-Trainer aus Augsburg beantwortet im mamazone MAG 02/2009 die Fragen von Leserinnen zum Thema: Ernährung und Sport bei Brustkrebs. Hier weitere Fragen an Dr. Konopka und die Antworten dazu.

Frage: Ich habe gelesen, dass die Sporthochschule Köln eine Möglichkeit für Brustkrebspatientinnen anbietet, an einer Wanderung über den Jakobs-Weg teilzunehmen. Ich bin vor meiner Erkrankung leidenschaftlich gewandert, fühle mich aber jetzt oft müde, habe zu nichts Lust  und bin körperlich wenig belastbar. Andererseits reizt mich nach der Lektüre von Hape Kerkelings Buch zu diesem Thema diese Tour sehr. Darf ich mitmachen und wenn ja, wie sollte ich mich vorbereiten?
Dorothee V. aus Essen

Antwort des Experten: Wandern ist eine sehr gesunde Bewegungsform, vor allem wenn es Ihnen noch dazu Spaß macht. Spaß macht es aber nur, wenn man auch Lust dazu hat. Wenn man keine Lust hat, nützt auch Wandern nicht viel. Sie sollten also zunächst daran arbeiten, Ihre Müdigkeit zu beseitigen. Chronische Müdigkeit und Schwäche (Fatigue-Syndrom) ist ein relativ häufiges Symptom bei Krebserkrankungen, wobei man nicht immer genau weiß, woher es kommt. Sprechen Sie auf jeden Fall mit Ihrem Hausarzt oder ihrem Onkologen darüber.
Wenn die Müdigkeit keine direkte Folge der Erkrankung oder der Therapie ist, kann man zumindest folgenden Versuch machen: regelmäßig kürzere Strecken wandern und zusätzlich eine Kombination von aufeinander abgestimmten Mikronährstoffen einnehmen, am besten etwa eine Stunde vor dem Spaziergang. Besonders wichtig sind Mikronährstoffe wie Selen, Zink und Magnesium, aber auch Vitamin B-Komplex, Folsäure und Omega-3-Fettsäuren (Fischöl) sowie auch diue Stoffe Carnitin und Coenzym Q10. Aber, wie gesagt, besprechen Sie das mit Ihrem Hausarzt.

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Frage: Auf dem letzten Senologie-Kongress habe ich gehört, dass Übergewicht ein Brustkrebsrisiko sein kann  Ich kenne sehr viele normalgewichtige und sehr schlanke Frauen, die trotzdem an Brustkrebs erkrankt sind. Deshalb kann ich diese These nicht so wirklich glauben Ist es allein das Übergewicht, was das Risiko ausmacht, oder auch der oft damit verbundene Bewegungsmangel? Ich selbst bin übergewichtig, mache aber regelmäßig Sport und fühle mich auch ansonsten fit und leistungsfähig. Wenn ich faste, bin ich dagegen gereizt und unausgeglichen. Was sagt Ihre Erfahrung: Ist es wichtiger das richtige Gewicht zu haben oder eine positive Lebenseinstellung?
Petra B. aus Hamburg

Antwort des Experten: Brustkrebs ist ein multifaktorielles Geschehen, das heißt es sind viele Faktoren, die zu dieser Erkrankung führen. Und man darf in der Medizin nicht verallgemeinern oder falsche Umkehrschlüsse ziehen. Man kann also nicht sagen: wenn man übergewichtig ist, wird Brustkrebs gefördert - und wenn man nicht übergewichtig oder sogar mager ist, bekommt man keinen Brustkrebs. Denn, wie Sie selbst sagen, kann man auch Brustkrebs bekommen, wenn man mager ist - aber eben aus anderen Gründen.
Tatsache ist jedenfalls, dass das Fettgewebe nicht nur ein Energiespeicher, sondern vor allem auch ein sehr stoffwechselaktives und vor allem hormonaktives Gewebe ist. So begünstigen weibliche Hormone (Östrogene) das Wachstum von Brustkrebs. Daher zielt auch die Therapie darauf ab, den Östrogenspiegel im Blut zu senken oder die Wirkung von Östrogen auf die Zellen zu blockieren. Fettgewebe bildet aber zusätzliches Östrogen und steigert dadurch den Östrogenspiegel im Blut. Ein Abbau von Fettgewebe vermindert den Östrogenspiegel.
Daher ist es eine empfehlenswerte Therapie begleitende Maßnahmen, etwas Gewicht abzunehmen - am besten in Verbindung mit körperlicher Aktivität; denn auch körperliche Aktivität senkt den Östrogenspiegel. Sich Wohlfühlen ist andererseits besonders für die Funktion des Immunsystems wichtig. Ihr Ziel sollte es also sein, überflüssiges Fettgewebe abzubauen, am besten in Zusammenhang mit einer vernünftig dosierten körperlichen Aktivität - und sich dabei trotzdem wohl zu fühlen. Es geht also nicht darum, das richtige Gewicht zu haben oder eine positive Lebenseinstellung - sondern darum, überflüssiges Fettgewebe allmählich und vernünftig zu vermindern und dabei trotzdem eine positive Lebenseinstellung zu behalten.

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Weitere Informationen

Weitere Informationen über Ernährung und Nahrungsergänzungen ganz allgemein und bei Krebserkrankungen finden Sie auf meiner Homepage unter:

www.konopka-dr.de/ernaehrung.htm und www.konopka-dr.de/ergaenzungen.htm

Dr. med. Peter Konopka
Internist, Sportmedizin, Yogalehrer
Yoga-Schule Dr. Konopka
Büchnerstraße 1
86161 Augsburg

Internet: www.konopka-dr.de

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