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Der Mamma-MRT gehört die Zukunft in der Brustkrebsfrüherkennung!

Von Annette Kruse-Keirath

Die Mamma-MRT ist das beste Verfahren zur Früherkennung von Brustkrebs – wenn die Qualität stimmt. So lautet die Quintessenz einer hochkarätig besetzten Fachtagung zur Mammadiagnostik, die Anfang Juni 2010 in Essen stattfand.

Unter der Leitung von Prof. Klaus Ewen, eines der führenden Strahlschutzexperten in Deutschland, und Prof. Uwe Fischer vom Diagnostischen Brustzentrum Göttingen wurden die neuen Entwicklungen in der Mammadiagnostik aus der Perspektive von Medizin, Strahlenschutz und Medizinrecht beleuchtet.

In ihren Vorträgen konnten Prof. Christiane Kuhl, Aachen, Prof. Fischer und Privat-Dozent Dr. Joachim Teubner auf Ba-sis aktueller Studiendaten eindrucksvoll nachweisen, dass die Mammographie allein zur Früherkennung von Brustkrebs nicht ausreicht. Sie erreicht, so Prof. Fischer, nur eine Ansprech-rate (Sensivität) von 50 Prozent. Auch durch Einsatz eines ergänzenden Ultraschalls - vorgenommen durch einen erfahrenen und in der Methode versierten Arzt und mit einem Gerät der neuesten Generation – verbessern sich die Ergeb-nisse nach Erfahrung von Dr. Teubner kaum.

Die Mamma-MRT - das wurde im überzeugenden Referat von Prof. Kuhl deutlich – ist das Verfahren mit der höchsten Aufdeckungsquote. Sie erreicht – eine hochauflösende Metho-dik und einen in der Befundung geschulten Arzt vorausgesetzt – eine Sensitivität von 95 Prozent (bei gleicher Spezifität wie die Mammographie!). Damit stellt die qualitativ hochwertige Mamma-MRT unbestritten das beste Verfahren für die Früherkennung des Mammakarzinoms dar.

Damit stellt sich sofort die Frage: Ist dann, wenn die Mamma-MRT unauffällig ist, überhaupt noch – wie heute üblich - eine ergänzende Mammographie gerechtfertigt? Diese Vorgehens-weise wird – so ein weiteres Ergebnis der Tagung - unter den veränderten Bedingungen und angesichts der neuen Mög-lichkeiten in der Mammadiagnostik genauso auf den wissen-schaftlichen Prüfstand zu stellen sein wie die gängigen Konzepte in der Brustkrebsfrüherkennung. „Das Bessere – nämlich die Mamma-MRT – ist der Feind des Guten, der Mammographie“, davon ist Prof. Uwe Fischer Vorstand der Arbeitsgemeinschaft für individuelle Mammadiagnostik (AIM e.V.) überzeugt. „Die Mammographie ist keineswegs der Gold-standard der Früherkennung, sondern eine Methode mit ho-hem Nutzen, aber auch deutlichen diagnostischen Grenzen, von der nicht alle Frauen bei der Früherkennung von Brust-krebs profitieren“.

Doch bei allem Optimismus: Gerade in Sachen Mamma-MRT ist auch noch einiges – besonders im Hinblick auf die Qualitätssicherung zu tun. Denn die exzellenten Ergebnisse dieses Verfahren können nur Anwender erzielen, die eine hohe Qualität in Medizintechnik und Befundung garantieren. Hier müssen Ärzte, Strahlenschutz und Medizinaufsicht im Interesse der Frauen jetzt zügig ihre Hausaufgaben erledigen, damit die Mamma-MRT nicht nur das beste, sondern auch das sicherste und zuverlässigste Verfahren zur Brustkrebs-früherkennung wird.

Quelle: Pressinformation der Arbeitsgemeinschaft für individuelle Mammadiagnostik (AIM e.V.). www.aim-mamma.de