Strahlentherapie

Die Strahlenbehandlung dient der Zerstörung von Krebszellen

Mit energiereichen Strahlen lassen sich bösartige Zellen zerstören oder in ihrem Wachstum hemmen. Die Strahlen schädigen das Erbgut der bestrahlten Zellen. Da Krebszellen ein weniger gut arbeitendes Reparatursystem besitzen als gesunde Zellen, können sie Schäden, die durch die Strahlen hervorgerufen werden, nicht mehr beheben – die Tumorzelle stirbt ab, gesundes Gewebe wird geschont.



Die Strahlenbehandlung dient der Zerstörung von Krebszellen, die nach der Operation möglicherweise in der Brust zurückgeblieben sind. Bestrahlt wird die gesamte Brust. Auf die Stelle, wo der Tumor saß, wird in der Regel eine zusätzliche Dosis (Boost) gegeben. Empfohlen ist dies besonders bei jüngeren Frauen.



Die Strahlen- oder Radiotherapie ist zusätzlich zur operativen Entfernung des Tumors und zur medikamentösen Therapie die am häufigsten angewandte Behandlung bei Brustkrebs. Sie ist in den letzten Jahren erheblich weiterentwickelt und verbessert worden. Dadurch ist sie meist gut verträglich.



 


Die Bestrahlung wird empfohlen bei:

  • Brusterhaltenden Operationen
  • Mastektomien bei erhöhtem Rückfallrisiko (beispielsweise mehr als vier Lymphknoten befallen)
  • Ductalem Carcinoma in situ (DCIS)


Auch die Lymphabfluss-Regionen (Achsel-Lymphknoten, Schlüsselbein-Lymphknoten, Brustbein-Lymphknoten) können in die Strahlentherapie mit einbezogen werden.

Nach brusterhaltender Operation

In der Regel folgt auf eine brusterhaltende Operation immer eine Strahlentherapie. Ausschlaggebend für den Nutzen der Strahlentherapie ist Ihr Alter (unter 50 Jahren) und die Teilungsfreudigkeit des Tumors (G3). Weiterhin können auch bei einer sorgfältigen Operation mit Schnitträndern von mehr als 5 mm einzelne Krebszellen in der Brust verblieben sein.

Die Meta-Analyse von 17 Studien (mit insgesamt 10801 Patientinnen) durch die britische Forschergruppe EBCTCG (Early Breast Cancer Trialists` Collaborative Group) hat den Nutzen der Strahlentherapie nach brusterhaltender Operation eindeutig belegt:

Krankheitsverlauf ohne Strahlentherapie mit Strahlentherapie Vorteil
Lokalrezidive/Fernmetastasen nach 10 Jahren 35,0% 19,0% 16,0%
mit Lymphknotenbefall 63,7% 42,5% 21,2%
ohne Lymphknotenbefall 31,0% 15,6% 15,5%
Sterblichkeit nach 15 Jahren 25,2% 21,4% 3,8%
mit Lymphknotenbefall 51,3% 42,5% 21,2%
ohne Lymphknotenbefall 20,5% 17,2% 3,3%

Nach Brustamputation

Auch nach einer Brustamputation können sich Lokalrezidive entwickeln, im Bereich der Brustwand oder der Narbe. Das Risiko hängt mit dem Alter der Patientin zusammen und verschiedenen biologischen Merkmalen des ursprünglichen Tumors. In Einzelfällen können auch bei der Operation kleine, versprengte Teile der Brustdrüse nicht entfernt worden sein.

Die Deutsche Gesellschaft für Senologie hat Empfehlungen für den Einsatz der Strahlentherapie auch bei Patientinnen mit Brustentfernung herausgegeben.

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Weitere Informationen zur Strahlentherapie

Falls keine Chemotherapie gemacht wird, beginnt die Strahlentherapie nach Abschluss der Wundheilung, also frühestens drei bis vier Wochen nach der Operation. Ansonsten wird die Strahlentherapie im Anschluss an die Chemotherapie durchgeführt. Sie dauert rund fünf bis sechs Wochen und wird in der Regel an vier bis fünf Tagen pro Woche angewendet. Dies ist im Regelfall ambulant möglich.



Strahlendosis

Die Gesamtdosis bestimmt die Menge an Strahlen um den jeweiligen Tumor wirksam zu behandeln. Sie wird in Einzelbehandlungen aufgeteilt (= Fraktionierung). Die Einzeldosis an Strahlen pro Behandlung muss streng eingehalten werden, damit das gesunde Gewebe geschont wird und sich erholen kann. Die benötigte Menge an Strahlen wird für jede Patientin einzeln festgelegt.

Folgende Mindest- und Höchstgrenzen werden bspw. vom Tumorzentrum München empfohlen:

Zielregion Gesamtdosis Einzeldosis/Tag
die Brust nach einer brusterhaltenden Operation 46 bis 56 Gy 1,8 Gy oder 2 Gy
die zusätzliche Boost-Therapie (abhängig von der vorherigen Gesamtdosis, kann bei unsicherem Schnittrand im Einzelfall auf 16 Gy erhöht werden) 10 Gy 2 Gy
die Brustwand nach einer Mastektomie 50 Gy 2 Gy
die Lymphabflussgebiete 45 bis 50 Gy 1,8 oder 2 Gy

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Mögliche Nebenwirkungen

Es kann während der Strahlentherapie zu verschiedenen akuten Nebenwirkungen und Spätschäden kommen:

  • schmerzhafte Rötungen der Haut
  • Strahlenkater (Müdigkeit, Kopfschmerzen und allgemeines Unbehagen, fast als ob eine Grippe aufkommt)
  • Arm-Lymphödem
  • Nervenschäden
  • Brustform (eingeschränktes kosmetisches Ergebnis)
  • Rippenbrüche (Risiko unter 2%)
  • Schäden der Lunge und des Herzens (durch fortschrittliche Therapieplanung und moderne Geräte ist das Risiko stark gesenkt)


Besprechen Sie Ihre Fragen zu den Nebenwirkungen mit Ihrem Arzt, er ist verpflichtet, Sie ausführlich über die Risiken Ihrer Strahlentherapie aufzuklären.

Weitere Informationen

Informationen zur Hautpflege bei Strahlentherapie mit der Pflegeserie der Firma L'ESTÉTIC erhalten Sie unter www.valeotherapy.com.

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