BrustkrebswissenFrüherkennung, Diagnose & Therapieoptionen

Chemotherapie

Behandlung mit Zellgiften

Bei einer Chemotherapie kommen zellteilungshemmende Medikamente – so genannte Zytostatika – zur Anwendung. Es gibt über 50 verschiedene Wirkstoffe, die in der Krebstherapie eingesetzt werden. Je nach Tumorstadium und körperlicher Situation der Patientin werden verschiedene Chemotherapeutika kombiniert. Die Chemotherapie wird in mehreren Zyklen – hintereinander oder miteinander – verabreicht und kann stationär oder ambulant durchgeführt werden.

Die Chemotherapie ermöglicht eine so genannte systemische, das heißt im ganzen Körper wirksame Behandlung. Die als Infusion, Injektion oder Tablette verabreichten Wirkstoffe verteilen sich in alle Gewebe und Organe des Körpers und können auf diese Weise auch nicht erkennbare Tumorherde erreichen und zerstören.

Chemotherapien finden heutzutage neoadjuvant (= vor der Operation, um den Tumor zu verkleinern und überhaupt "OP-reif" zu machen), adjuvant (= unterstützend nach der OP) und palliativ (= symptomlindernd) ihren Einsatz.

Bei einer adjuvanten Therapie sollte möglichst zeitnah nach der Operation begonnen werden. Üblicherweise werden die Medikamente „im Block“ verabreicht, an den sich eine Pause anschließt. Einen derartigen Behandlungsabschnitt bezeichnet man als Zyklus. Die Chemotherapie erfolgt nach einem klar definierten Plan, der die Dosierungen und die zeitlichen Abstände der Medikamentengabe vorgibt.

In den Behandlungspausen von zwei bis drei Wochen Dauer – je nach Behandlungsschema – können sich gesunde Gewebe und Organe von den zellschädigenden Wirkungen der Zytostatika erholen. In der Regel folgen vier bis sechs Zyklen aufeinander.

Chemo ja oder nein und wenn ja, welche?

Das ist eine schwerwiegende Entscheidung, bei der Sie sich von Ihrem Arzt / Ihrer Ärztin umfassend beraten lassen sollten. Zu berücksichtigen sind hierbei Ihr Krankheitsstadium, Ihr Rückfallrisiko, Ihr Behandlungsziel, die Erfolgschancen und die verbundenen Risiken / Nebenwirkungen der vorgeschlagenen Therapie.

Bitte beachten Sie auch unsere Informationen zum Thema Kinderwunsch.

Sehen Sie hierzu auch Vorträge, die auf unseren Diplompatientinnen-Kongressen gehalten wurden (nur für Mitglieder freigeschaltet)

in 2021 "Die P4 Studie - Neues vom PITX2 Test" von Herrn Dr. med. Dipl. med. Stefan Paepke
in 2018 "Fallstricke bei der Wahl der richtigen Chemotherapie - Neue Möglichkeiten durch den molekularen PITX2-Test" von Herrn Prof. Dr. Olaf G. Wilhelm

Auch wenn die moderne Chemotherapie viel von ihrem Schrecken verloren hat, ist sie doch immer noch eine Behandlung mit vielen Nebenwirkungen. Versuchen Sie daher nach Möglichkeit, sich während der Phase der Chemotherapie möglichst wenig Belastungen von außen auszusetzen und sich auf Ihr Gesundwerden zu konzentrieren. Bitten Sie Ihre Familie und Freunde, Sie in dieser Zeit zu unterstützen. Manche Frauen brauchen aber gerade die Ablenkung durch die alltägliche Arbeit. Spüren Sie in sich hinein, was für Sie die besten Bedingungen für eine erfolgreiche Therapie sind und versuchen Sie möglichst, sich dieses Umfeld zu schaffen. Typische Begleiterscheinungen einer Chemotherapie sind Blutbildveränderungen, Schwäche, Übelkeit und Erbrechen. Gegen diese Nebenwirkungen gibt es heute hochwirksame Medikamente. Da die Zellgifte, die dem Körper bei der Behandlung zugeführt werden, auch gesunde, schnell wachsende Zellen wie die Haarzellen angreifen, fallen den meisten Patientinnen für die Dauer der Behandlung die Haare aus. Nach Abschluss der Chemotherapie wachsen diese – meist lockig – wieder nach.