BrustkrebswissenFrüherkennung, Diagnose & Therapieoptionen

Brustultraschall, die sanfte Bildgebung mit Stärken

Der Brustultraschall (Mammasonographie) ist eine nichtinvasive, schmerzfreie Untersuchung der Brust mit Ultraschallwellen. Anders als bei der Mammographie gibt es hier keine Strahlenbelastung, wodurch diese Untersuchung uneingeschränkt auch bei jungen Frauen, Schwangeren und Stillenden durchgeführt werden kann.

Beim Brustultraschall werden Gewebe je nach Dichte in unterschiedlichen Helligkeitsstufen dargestellt. Stark reflektierende Strukturen, wie z.B. Kalk oder Knochen, werden in weiß angezeigt. Flüssigkeitsgefüllte Strukturen wie z.B. Zysten sehen eher schwarz aus. Die Beurteilung eines Knotens erfolgt anhand der Form, Achse, Begrenzung, dem Grenzbereich, dem Schallmuster und dahinter liegenden Schallmustern. Gutartige Knoten, wie z.B. Fibroadenome oder eine Mastopathie lassen sich in der Regel durch einen Brustultraschall gut von bösartigen Veränderungen abgrenzen.

Wann ist ein Brustultraschall angezeigt?

Ein Brustultraschall ist immer angeraten bei

  • Schmerzen in der Brust
  • Ausfluss aus der Brustwarze
  • Eingezogener Brustwarze
  • Hautveränderungen an der Brust
  • bei unklaren Tast- oder Mammographiebefunden
  • zur Verlaufskontrolle bei zystischen oder soliden Herdbefunden (Knoten)

Zudem ist der Brustultraschall ein sehr geeignetes Mittel der Brustkrebs-Früherkennung

  • für Patientinnen mit dichtem Brustgewebe
  • Für Patientinnen mit Mastopathie (gutartige Veränderung des Brustdrüsengewebes)
  • für Patientinnen mit einem hohen Brustkrebserkrankungsrisiko (erblicher Brustkrebs-BRCA Mutationen) ergänzend zur Mammographie und dem MRT

Was bringt ein Brustultraschall ergänzend zur Mammographie?

Die Mammographie zeigt sowohl das Drüsengewebe als auch bösartige Tumore in weiss an. Ein “weisser Tumor“ hebt sich dann vor dem „weissen Drüsengewebe“ nicht ab und kann so gerade bei dichtem Drüsengewebe in der Mammographie leicht übersehen werden.

Bei älteren Frauen hat die Brust mehr Fett- und weniger Drüsengewebe. Das Fettgewebe wird in der Mammographie dunkel angezeigt und deshalb sind die weiss angezeigten, Tumore bei älteren Frauen dort in der Regel besser sichtbar.

Ein Brustultraschall sollte daher immer zusätzlich zur Mammographie gemacht werden, wenn die Mammographie einen unklaren Befund ergab oder ein dichtes Drüsengewebe (ACR III und ACR IV) zeigt.Die ACR-Klassifikation (I bis IV) vom American College of Radiology sagt vereinfacht aus wie hoch der Anteil von Drüsengewebe gegenüber dem Fettgewebe einer Brust ist.

Durch die Gesamtschau von Mammographie plus Brustultraschall kann bei in diesen Fällen Brustkrebs deutlich häufiger frühzeitig entdeckt werden.

Bei jungen Frauen, die meistens ein dichtes Brustdrüsengewebe haben, ist der Brustultraschall oft sogar das primäre Bildgebungsverfahren zur Früherkennung einer etwaigen Brustkrebserkrankung.

Gut zu wissen

Im Brustultraschall kann man die Brustkrebsvorstufe DCIS (Ductales Carcinom in Situ) nicht erkennen. Dafür benötigt man eine Mammographie oder ein MRT.

Auf das Ultraschallgerät und die Erfahrung des Untersuchers kommt es an

Die Erfahrung des untersuchenden Arztes oder der untersuchenden Ärztin und die Qualität des Ultraschallgerätes sind ganz entscheidend für die Aussagekraft eines Brustultraschalles.

Neben den „normalen“ Ultraschallgeräten gibt es auch High-End-Geräte, die hochauflösende Bilder bieten. Im Idealfall kann man mit Ultraschall bereits Tumore mit unter 1 cm Größe nachweisen.

Mit einer Farbdoppler-Sonographie kann eine Vermehrung von Blutgefäßen um einen „verdächtigen“ Brustbereich sichtbar gemacht werden. Das hilft bei der Einschätzung, ob es sich um einen bösartigen Tumor handeln könnte, weil Krebsgeschwulste häufig vermehrt Blutgefäße ausbilden.

Eine 3D-Mammasonographie zeigt den untersuchten Brustbereich dreidimensional und liefert so weitere Informationen zur Unterscheidung zwischen gut- und bösartigen Tumoren. Denn gutartige Tumore sind überwiegend klar umgrenzt und verdrängen das umliegende Gewebe. Krebstumore hingegen wachsen üblicherweise sternförmig in das umliegende Gewebe ein.

Wer zahlt den Brustultraschall?

Die Brustultraschall-Untersuchung zur Abklärung von Beschwerden und unklaren Befunden ist eine Kassenleistung.

Als reine Früherkennungsmassnahme muss sie in der Regel von den Patientinnen selbst getragen werden. Nur für erblich belastete Frauen (BRCA-Mutation) ist sie auch zur Früherkennung als Kassenleistung anerkannt.

Unser mamazone-Rat

Lassen Sie Veränderungen Ihrer Brust immer auch durch eine Ultraschalluntersuchung abklären.

Bestehen Sie auf einer zusätzlichen Brustultraschalluntersuchung, wenn Ihre Mammographie eine hohe Brustdichte oder einen unklaren Befund zeigt.

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www.aerzteblatt.de/archiv/198934/Brustkrebsfrueherkennung-Ueber-die-Dichte-spricht-man-nicht