BrustkrebswissenÜber Brustkrebs

Was sonst noch wichtig ist

Kostenübernahme

Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen üblicherweise die Kosten für die Beratung, Gendiagnostik und Früherkennung von erblichen Brustkrebs sowie risikoreduzierenden Operationen, wenn bestimmte Kriterien erfüllt sind.

Es betrifft die ganze Familie

Bereits der Verdacht und erst recht die Bestätigung einer erblichen Belastung betrifft immer ganze Familie. Unterschwellig bestehen häufig Ängste selbst zu erkranken oder die Sorge um nahe Angehörige. Eine besondere Rolle spielt die Sorge BRCA-Mutation an seine Kinder weiterzugeben. Die PID (Pränatale Implantations Diagnostik), ist in Deutschland zum Nachweis einer BRCA Mutation nicht zugelassen.

Bereit für Gewissheit?

Gewissheit statt Unsicherheit. Was mag Ihnen die Gentestung bringen? Vielleicht waren all Ihre Sorgen unnötig und Sie müssen nicht weiter Angst vor einem hohem Brustkrebsrisiko haben. Das wäre dann eine große Erleichterung.

Vielleicht aber bestätigt sich Ihr Verdacht auf eine erblich bedingte Belastung und Sie müssen mit der Gewissheit zurechtkommen, dass Ihr Erkrankungsrisiko groß ist. Was es bedeutet an einem Mammakarzinom zu erkranken, haben Sie möglicherweise schon miterlebt, wenn ein nahes Familienmitglied betroffen war. Entscheidungen stehen an: Möchte ich an der intensivierten Früherkennung konsequent teilnehmen? Bin ich bereit mich vorsorglich einer Brustdrüsenentfernung zu unterziehen?

All das kann psychisch sehr belastend sein. Aus gutem Grund sind Gentestungen auf erblich bedingten Brust- und Eierstockkrebs erst ab dem 18 ten Lebensjahr zulässig. Möglicherweise sind Sie mit 18 oder 20 noch nicht bereit für Gewissheit, vielleicht sind Sie es aber mit 22 Jahren oder später.

Möglicherweise entscheiden Sie sich auch im Hinblick auf Ihre engen Familienmitglieder für eine Gentestung. Denn auch für diese hätte das Ergebnis Ihrer Gentestung Relevanz.  

Weitere Informationen - Unterstützung

Sie sind sich unklar, was Sie tun möchten? Ein psychologisches Beratungsgespräch kann eine wertvolle Hilfe sein. Psychoonkologische Unterstützungsangebote finden Sie hier

Oder Sie tauschen sich mit Betroffenen aus. Beispielsweise bietet das BRCA-Netzwerk e.V. bundesweit Gesprächskreise an, auch online.

Weitere Informationen finden Sie bei Konsortium Familiärer Brustkrebs, BRCA-Netwerk e.V., Krebsinformationsdienst

Lesen Sie gerne auch den Artikel des Deutschen Krebsinformationsdienstes vom 23.05.2023 "Prädiktive Gentests: Was dürfen Versicherungen fragen?"

Neues Angebot des Krebsinformationsdienstes seit Mai 2023: Chat mit Ärztinnen zum Thema Familiäres Risiko, Prävention und Früherkennung

Last but not least: BRCA Mutation nur im Tumor - nicht im Blut?

In diesem Kapitel haben wir nur die erblich bedingten BRCA-Mutationen behandelt.  Es handelt sich dabei um BRCA-Keimbahnmutationen, die mit einem Gentest anhand einer Blutprobe nachweisbar sind.

Somatische BRCA-Mutationen hingegen sind auf den Tumor beschränkt und im Tumorgewebe nachweisbar. Eine somatische BRCA-Mutation ist erworben und nicht angeboren. Sie ist keine Keimbahnmutation und wird deshalb auch nicht an Nachkommen weitervererbt.

Die meisten Studien zum Einsatz von Medikamenten bei BRCA-Mutationen wurden bisher bei Keimbahnmutationsträgerinnen durchgeführt. Daher sind derzeit nicht alle Ergebnisse dieser Studien auf somatische Veränderungen übertragbar.