BrustkrebswissenRezidiv und Metastasierung

Rezidiv und metastasierter Brustkrebs

Rezidiv und Metastasen, davor fürchten sich vermutlich die meisten Brustkrebspatientinnen. Und für so manche Patientin mag der Unterschied zwischen diesen beiden Diagnosen nicht ganz klar sein.

Deshalb zunächst zu den Begrifflichkeiten:

Von einem Rezidiv oder auch Lokalrezidiv spricht man, wenn eine zunächst geheilte Brustkrebserkrankung in derselben Brust (gegebenenfalls auch den umliegenden Lymphknoten) wiederkehrt. Wenn eine Brustkrebserkrankung in der gegenüberliegenden Brust auftritt, ist dies hingegen eine neue Brustkrebserkrankung.

Bei einem metastasiertem Brustkrebs hat der Primärtumor (also der ursprüngliche Tumor in der Brust) gestreut, das heißt, Tumorzellen haben sich aus dem Primärtumor gelöst und Metastasen (die auch Filiae, oder Tochtergeschwulste, genannt werden) an anderen Organen gebildet. Zum Beispiel sind die häufigsten Metastasierungsorte bei Brustkrebs im Bereich der Knochen, der Leber, der Lunge oder dem Gehirn.

Der wichtigste Unterschied zwischen einem Rezidiv und einem metastasiertem Brustkrebs liegt in den Heilungschancen. Ein Rezidiv ist bei frühzeitiger und adäquater Behandlung genauso oft komplett heilbar wie die ursprüngliche Krebserkrankung. Bei einer Metastasierung ist eine Heilung dagegen selten und Sie sollten sich auf ein Leben mit Brustkrebs einstellen. Ziel der Behandlung ist hier den Krebs so lange wie möglich zurückzudrängen und die Symptome zu lindern.

Beide Diagnosen sind für die Betroffenen und ihre Angehörigen sehr belastend. Sie stellen sich die Frage wie es nun weitergehen kann und ob sie die Kraft haben, das alles durchzustehen.

! Unser mamazone-Rat

  • Geben Sie sich etwas Zeit, die Diagnose emotional und gedanklich einzuordnen
  • Suchen Sie sich Unterstützung bei Freunden, Angehörigen oder einer Selbsthilfegruppe. Vielleicht ist in Ihrer Nähe sogar eine unserer mamazone-Regionalgruppen 
  • Nutzen Sie bei Bedarf die professionelle Unterstützung durch Psychoonkologen
  • Informieren Sie sich, welche Therapieoptionen Sie haben und wie die Erfolgsaussichten sind
  • Überlegen Sie, wie ihr persönliches Behandlungsziel aussieht (optimaler Therapieerfolge bei gegebenenfalls belastenden Nebenwirklungen oder eher möglichst lange, hohe Lebensqualität?)
  • Treffen Sie Ihre Entscheidungen zur weiteren Therapie mit Bedacht
  • Ganz wichtig: Sprechen Sie offen und vertrauensvoll mit Ihrem Arzt oder Ärztin! Fragen Sie insbesondere bei Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin nach, wenn Ihnen Inhalte des Patientinnen-Arztgespräches zu Ihrer Diagnose oder Therapie unklar geblieben sind.

Bitte lesen Sie hierzu auch unseren Beitrag Patientinnen-Ärztinnen-Gespräch- SDM.  SDM bedeutet shared decision making. Also gemeinsam entscheiden – Sie als Patientin und Ihr Arzt

Grund zur Hoffnung

Die Krebsforschung hat in den vergangenen Jahren große Fortschritte erreicht. Man versteht immer besser wie Krebs funktioniert und wie man ihn effektiv bekämpfen kann. Und Sie dürfen zu Recht hoffen, dass die Therapien, wie man gerade in den letzten 2-3 Jahren sieht,  immer effektiver und schonender werden und zu einer Verlängerung der Lebenszeit, sowie  zu einer Verbesserung der Lebensqualität bei Krebspatienten führen.