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Vitamin D

Vitamin D kann unser Körper selbst herstellen, wenn die Haut UV-B-Strahlung, also Sonneneinstrahlung, ausgesetzt wird. 

Über mehrere Stoffwechselschritte wird dann Vitamin D3 (Cholecalciferol) gebildet, das über unser Blut in die Leber gelangt. Dort wird es in das 25-Hydroxyvitamin D3 (auch 25-OH-Vitamin D oder Calcidiol genannt) umgewandelt und im Körper verteilt. Das Calcidiol ist die Speicherform des Vitamin D3 aus dem in der Niere bei Bedarf das 1,25-Dihydroxy-Vitamin-D3 (Calcitriol) gebildet wird. 

Calcitriol ist schließlich das biowirksame Vitamin D. Es spielt bei vielen Stoffwechselprozessen, insbesondere im Hinblick auf Knochengesundheit, Muskelkraft und das Immunsystem eine wichtige Rolle.    

Das nur vorab, damit Sie diese Begriffe, die im Zusammenhang mit Vitamin D immer wieder fallen, einordnen können. Nachfolgend sprechen wir der Einfachheit halber von Vitamin D, es sei denn eine genauere Bezeichnung ist wichtig.

Niedrigere Krebssterblichkeit bei täglicher Vitamin D3 Gabe

In 2023 veröffentlichte das DKFZ eine Analyse von insgesamt 14 Studien zum Thema Vitamin D3 und Krebs. Dabei zeigte sich, dass die tägliche Gabe von Vitamin D3 in niedriger Dosierung (400 - 4.000 i.E.) die Krebssterblichkeit in der Gesamtbevölkerung um 12% senken könnte.

Wichtig: Nach bisheriger Studienlage kann Vitamin D3 zwar nicht die Entstehung von Krebs verhindern, aber vermutlich das Tumorwachstum verlangsamen und so zu einer besseren Prognose / niedrigeren Sterblichkeit von KrebspatientInnen führen. 

Schon deshalb sollten Sie auf eine gute Versorgung mit Vitamin D3 achten, aber es gibt auch weitere Gründe.   

Vitamin D3 und Calcium zum Schutz der Knochen

Insbesondere die antihormonelle Therapie führt in der Regel zu einem verstärkten Knochenabbau, der über kurz oder lang zu einer Osteoporose werden kann. Eine gute Versorgung mit Vitamin D und Calcium wirkt diesem Knochenabbau entgegen. 

Gut zu wissen: Vitamin D regelt den Calciumgehalt im Blut. D.h. wenn viel Calcium im Blut ist, sorgt es dafür, dass Calcium in den Knochen eingebaut und der Knochen gestärkt wird. Ist aber zu wenig Calcium im Blut, bewirkt Vitamin D das Gegenteil, nämlich dass Calcium aus dem Knochen herausgelöst wird und den Knochen schwächt. Deshalb ist es wichtig, auf ein ausgewogenes Verhältnis dieser beiden Mikronährstoffe zu achten.  

Einfluss von Vitamin D auf die Entstehung und Vermehrung von Brustkrebszellen

Vitamin D beeinflusst auch unser Immunsystem. Das könnte erklären warum KrebspatientInnen mit Vitamin D Mangel eine schlechtere Prognose haben, als solche mit guten Vitamin D Blutspiegeln. 

Seit langem wird diskutiert, ob ein niedriger Vitamin D Spiegel die Ursache oder aber die Folge einer Krebserkrankung sein könnte. Eine aktuelle im Gene-Magazin veröffentlichte Übersichtsarbeit sieht eine mögliche Schutzwirkung von Vitamin D vor Brustkrebs über das Mikrobiom im Darm. Demnach erhöht eine ausreichende Vitamin D Versorgung die Anzahl von Darmbakterien, die kurzkettige Fettsäuren entwickeln. Diese kurzkettigen Fettsäuren wiederum würden das Wachstum von Brustkrebszellen bremsen.

Zudem wird diskutiert, dass Vitamin D möglicherweise die Bildung von Östrogen über das Enzym Aromatase hemmen könnte. Bei HR+ Brustkrebs wäre das ein erwünschter Effekt, der aber bislang wissenschaftlich nicht gesichert ist und keinesfalls eine wirksame Antihormontherapie ersetzen kann.    

Wann ist der Vitamin D-Blutspiegel optimal?

Ob Sie gut mit Vitamin D versorgt sind, lässt sich im Blut nachweisen. Dazu wird die 25-OH-D Serumkonzentration bestimmt. Aktuell werden hierbei 2 verschiedene Maßeinheiten verwendet, nämlich Nanomol pro Liter oder Nanogramm pro Milliliter. Es ist also wichtig auf Ihrem Befund genau zu prüfen, welche Maßeinheit angewendet wurde.

Als optimale Versorgung gelten Werte zwischen 75 und 125 nmol/l, das entspricht 30 bis 50 ng/ml.  

Achten Sie darauf sowohl eine Unter- als auch eine Überversorgung zu vermeiden. Denn Werte unter 50 nmol/l (entsprechend 20 ng/ml) sind schlecht für Knochen, Muskel und Immunsystem, Werte über 125 nmol/l (entsprechend 50 ng/ml) könnnen zu Schäden in Knochen, Nieren und im Herzkreislaufsystem führen.  

Sonnenlicht alleine ist meist zu wenig

Vitamin D wird über die Haut im Körper selbst gebildet, wenn wir Sonnenlicht ausgesetzt sind. Allerdings erreichen viele Menschen in Deutschland allein durch den Aufenthalt im Freien noch keinen guten Vitamin D-Spiegel. Das gilt ganz besonders für die Wintermonate. 

Deshalb ist häufig eine Supplementierung (ergänzende Zufuhr) durch Vitamin D3 Präparate für eine gute Versorgung notwendig. In welcher Dosierung Vitamin D3 zugeführt werden sollte ist individuell sehr unterschiedlich. Von einem höheren zusätzlichen Bedarf an Vitamin D ist auszugehen bei

  • wenig Aufenthalt im Freien
  • dunkler Hautfarbe
  • hohem aufgetragenen Sonnenschutz
  • Verschleierung des Körpers
  • Krebs (aber auch einigen anderen Erkrankungen)
  • Osteoporose
  • Einnahme bestimmter Medikamente, u.a. Chemotherapeutika

Optimale Dosierung für Vitamin D-Supplementierung finden

Für die Festlegung einer für Sie optimalen Vitamin D Zufuhr raten wir dringend den Blutspiegel von Vitamin D (25-OH-D-Serumkonzentration) bestimmen zu lassen. In Abhängigkeit davon wird Ihnen Ihr Arzt / Ihre Ärztin dann eine angemessene Dosierung für eine etwaige Vitamin D-Supplementierung vorschlagen. Nach einigen Monaten empfiehlt sich eine Kontrolluntersuchung um zu sehen, ob die gewählte Zufuhr von Vitamin D für Sie passt oder nachjustiert werden muss.

mamazone Tipp

Vitamin D ist ein fettlösliches Vitamin. Zur besseren Aufnahme im Körper sollte es deshalb idealerweise zusammen mit Speisen, die etwas Fett oder Öl enthalten, eingenommen werden.

Weitere Informationen

in unserem mamazone MAG

12 2019 "Lange unterschätzt: Vitamin D" Seite 47 ff.

Links

04 2026 “Diagnose Brustkrebs: Auf Vitamin-D-Spiegel achten” auf der Seite pta-Forum
01 2026 “Brustkrebs: Wie Vitamin D Darm- und Brustgesundheit unterstützt” auf der Seite Deutsches Gesundheitsportal
12 2025 “Vitamin D – Sonne und Bewegung fördern eine gute Versorgung” auf der Seite des BfR
11 2025 “Vitamin-D-Mangel: Symptome, Ursachen und Folgen” auf der Seite des NDR
09 2024 "Kein höheres Risiko für Nierensteine oder Arterienverkalkung bei Vitamin D-Einnahme" auf der Seite des DKFZ (Deutsches Krebsforschungsinstitut)
09 2024 "Nierensteine und Atherosklerose: Keine Gefahr durch tägliche Vitamin-D-Gabe" in der Pharmazeutischen Zeitung
12 2023 “Studie – Vitamin D3 erhöht Überlebenschance bei Krebserkrankung” auf der Seite MEDIZINdoc
08 2023 "Niedrigere Entzündungsmarker unter Vitamin D-Supplementierung" Pressemitteilung des Deutschen Krebsforschungsinstitutes auf der Seite des idw (Informationsdienst Wissenschaft)
05 2023 "Verringerte Krebssterblichkeit bei täglicher Vitamin D-Einnahme" des Deutschen Krebsforschungsinstituts
12 2016 “Vitamin-D-Status in Deutschland” auf der Seite des RKI