BrustkrebswissenRezidiv & Metastasierung

Lokale Therapien

Unter einer lokalen Therapie versteht man beim metastasierten Brustkrebs das Zerstören oder Entfernen einzelner Metastasen beispielsweise durch Operation, Strahlentherapien, Thermische Verfahren, 
Irreversible Elektroporation oder Transaterielle Verfahren.

Diese Therapieformen kommen (mit Ausnahme der selektiven internen Radiotherapie) nur in Frage, wenn es sich um einzelne, wenige Metastasen handelt, die man zerstören oder entfernen möchte.

Manchmal spricht man bei Lokalen Therapien auch von Interventionellen Therapieverfahren, also gezielten minimalinvasiven Therapieverfahren.

Strahlentherapien (Radiotherapien)

  • Stereotaktische Bestrahlung / Radiochirurgie: Es handelt sich um hochpräzise Bestrahlungen eines kleinen Tumorareals. Die Metastasen werden meist in nur in einer Sitzung mit sehr hoher Dosis bestrahlt und somit zerstört. Hierunter fallen auch Behandlungen mit dem sogenannten Cyberknife und dem Gammaknife. Das Gammaknife wird ausschließlich bei Hirnmetastasen angewendet, das Cyberknife kann bei allen Organen angewendet werden
  • Kypho-IORT: Verfahren zur Behandlung von Wirbelsäulenmetastasen. Es handelt sich um die Kombination einer intraoperativen Radiotherapie (IORT) mit anschließender Kyphoplastie, also der Aufrichtung und Stabilisierung des Wirbelkörpers mit Knochenzement.
  • Die Strahlentherapie kann auch zur Schmerzlinderung bei Wirbelsäulenmetastasen eingesetzt werden.

Thermische Verfahren

Hier werde über kleine Hautschnitte Sonden an den Tumor geführt, die diesen dann durch Hitze oder Kälte zerstören.

  • Radiofrequenz Ablation (RFA) und Mikrowellen Ablation (MWA) – Zerstörung der Metastase mittels Hitze
  • Laserinduzierte Interstitielle Thermotherapie (LITT) – Zerstörung der Metastase mittels Hitze
  • Hochintensiver fokussierter Ultraschall (HIFU) – Zerstörung der Metastase mittels Hitze
  • Kyrotherapie - Zerstörung der Metastase mittels Kälte

Irreversible Elektroporation (IRE)

Zerstörung der Metastase mittels Strom

Transaterielle Verfahren

Bei diesen Verfahren wird ein Katheter in die Aterie in der Leiste eingeführt und so nah wie möglich bei der Tumorregion plaziert. Dort erfolgt dann eine zielgenaue Behandlung.

  • Transarterielle Chemoperfusion (TACP) - Mittels Katheter wird ein chemotherapeutischer Wirkstoff an den Ort der Metastase eingebracht
  • Trans-Arterielle Chemo-Embolisation (TACE) - Ein Chemotherapeutikum wird über den Katheter in die Tumorregion eingebracht und das tumorversorgende Blutgefäß embolisiert (verschlossen), damit das Chemotherapeutikum möglichst lange im Tumorbereich wirken kann.
  • Selektive interne Radiotherapie (SIRT) oder Transaterielle Radioembolisation (TARE) – Es werden radioaktive Partikel in das Tumorgebiet eingebracht und so das Tumorgewebe von innen heraus durch Strahlung zerstört. Die Strahlung ist auf das Tumorgebiet beschränkt.

Weitere Informationen

Vorträge von unseren Diplompatientinnen-Kongressen (nur für Mitglieder freigeschaltet)

2021 "Linderung durch die Palliative Radiotherapie" von Dr. med. Markus Notter
2019 "Strahlen und Wärme - Hilfe bei Brustkrebs-Hautmetastasen" von Dr. med. Markus Notter

Links

04 2024 "Einzelne Knochenmetastase: Bestrahlung oder OP?" auf der Seite des DKFZ
04 2023 "Histotripsie" auf der Seite des Universitätsklinikums Magdeburg
04 2022 "Mit Schallwellen gegen Leberkrebs" auf SCINEXX.de
                "Histotripsie: Innovative Methode zerstört Krebszellen" auf der Seite des städtischen Klinikums Braunschweig
01 2022 "Klinische Studie am Klinikum - Tumorgewebe mit Mikrobläschen zerstören" auf der Seite des städtischen Klinikums Braunschweig