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ESR1-Mutation

Wenn während oder nach einer endokrinen Therapie Resistenzen auftreten, ist häufig eine erworbene ESR1-Mutation die Ursache hierfür. Durch diese Mutationen wird der Tumor quasi unabhängig von einer Stimulation durch Östrogene zum Wachstum angeregt. In dieser Situation kann Elacestrant oder Imlunestrant zum Einsatz kommen.

Deshalb sollte bei fortschreitendem HR+, HER2-neg Tumor eine Testung auf ESR1-Mutationen erfolgen.  

Testung auf ESR1-Mutation

Die ESR1-Mutation ist eine erworbene Genmutation im Östrogenrezeptor-Gen1 (engl. Estrogene-Receptor-1). Diese Genmutation kann entweder anhand einer Blut- oder anhand einer Tumorgewebeprobe nachgewiesen werden.

  • Beim Nachweis der ESR1-Mutation über eine Blutprobe spricht man von einer Liquid-Biopsy. Im Blut wird die darin enthaltene ctDNA von Metastase(n) auf das Vorliegen einer ESR1-Mutation untersucht. ctDNA steht für circulating-tumor DNA, also für DNA-Fragmente von Krebszellen im Blut.
  • Beim Nachweis der ESR1-Mutation mittels Tumorgewebe wird oft nur das Gewebe einer einzelnen Metastase untersucht. Dies birgt die Gefahr von falsch-negativen Ergebnissen. Denn es kommt vor, dass einzelne Metastasen eine ESR1-Mutation aufweisen, andere hingegen nicht. Wird in so einem Fall ausgerechnet die Metastase untersucht, die keine ESR1-Mutation hat, würde die in anderen Metastasen vorliegende ESR1-Mutation nicht entdeckt. 

Die Liquid-Biopsy hat daher beim ESR1-Mutations-Nachweis eine höhere Trefferquote.