BrustkrebswissenLeben mit Brustkrebs

Brustkrebs während der Schwangerschaft

Vielleicht haben Sie eine Verhärtung in der Brust gespürt, vielleicht hatten Sie Schmerzen oder es ist Sekret aus der Brustwarze ausgetreten. Was es auch war, das Sie zu dazu bewogen hat ärztlichen Rat einzuholen, meist nicht die Sorge vor einer Brustkrebserkrankung. 

Und doch wurde bei Ihnen ein Mammakarzinom diagnostiziert. Ausgerechnet jetzt. Von einem Moment auf den anderen wird die Vorfreude auf den kleinen Erdenbürger überschattet von einem riesigen Berg an Fragen und Sorgen.

  • Werde ich wieder gesund werden und für mein Kind sorgen können?
  • Wann kann ich mit der Krebstherapie beginnen?
  • Welche Behandlungsmöglichkeiten kommen überhaupt für mich jetzt in Frage?
  • Schadet die Krebserkrankung oder die Therapie meinem ungeborenen Kind?

Therapieoptionen bei Schwangeren

Das Wichtigste zuerst:

Eine Brustkrebstherapie während der Schwangerschaft ist zwar herausfordernd, aber: Die Chance auf Heilung ist bei zeitgerechtem Therapiebeginn während der Schwangerschaft genauso gut wie bei nicht schwangeren Patientinnen!

Das ist eine gute Nachricht, die Ihnen hoffentlich Mut und Zuversicht schenkt in dieser schwierigen Situation. 

Schutz des Babys durch Anpassung der Therapie

Es ist ein Balanceakt: Einerseits muß die werdende Mutter eine möglichst vielversprechende Brustkrebstherapie erhalten, andererseits ist das ungeborene Kind soweit irgend möglich vor etwaigen Schäden zu bewahren. 

Wie die optimale Therapie während einer Schwangerschaft im Detail aussieht ist immer eine Einzelfallentscheidung, bei der viel mehr Kriterien als üblich berücksichtigt werden müssen! Achten Sie deshalb darauf, dass ein qualifiziertes Team mit ÄrztInnen aus allen relevanten Fachrichtungen (Onkologie, Gynäkologie, Prenatalmedizin etc) hier gemeinsam eine individuelle Empfehlung für Ihre Behandlung erarbeitet.  

Einige allgemeine Hinweise können wir dennoch nachfolgend geben:

Die Therapieempfehlungen sind grundsätzlich bei Schwangeren dieselben, wie bei nichtschwangeren Patientinnen auch und richten sich im Wesentlichen nach dem Stadium und der Tumorbiologie Ihres Mammakarzinoms. 

Allerdings kann nicht jede Behandlungsoption in jedem Schwangerschaftsstadium erfolgen. Zum Schutz Ihres Babys gilt üblicherweise Folgendes: 

Zurückhaltung bei der Diagnostik

Zudem wird man versuchen Diagnostik, die mit einer Strahlenbelastung einhergeht oder bei der bestimmte Kontrastmittel benötigt werden, zum Schutz des Babys zu vermeiden.

Das sind beispielsweise CTs, PET-CTs, Skelettszintigraphie, Mammographie oder MRTs mit dem Kontrastmittel Gadolinium. Diese bildgebenden Verfahren, die üblicherweise zum Staging aber auch zur Erfolgskontrolle der Therapie genutzt werden, kommen deshalb in der Regel erst nach der Entbindung zum Einsatz.

Ultraschalluntersuchungen und Biopsien hingegen können problemlos auch während der Schwangerschaft gut eingesetzt werden.

Was nun? Einige mamazone-Tipps

Eine engmaschige Betreuung durch ein kompetentes, interdisziplinäres Behandlungsteam ist sehr wichtig. Wenden Sie sich deshalb an ein zertifiziertes Brustzentrum, das möglichst viel Erfahrung mit der onkologischen Behandlung von Schwangeren hat.

Sprechen Sie regelmäßig und offen mit Ihrem Arzt / Ihrer Ärztin! Nicht nur wenn Sie Nebenwirkungen sehr belasten, sondern auch wenn Sorgen und Ängste Ihnen das Leben schwer machen! Vielleicht ist eine Therapieanpassung möglich, vielleicht stellt sich manche Sorge als unbegründet oder übertrieben heraus.

Scheuen Sie sich nicht psychologische Unterstützung in Anspruch zu nehmen. Sie machen gerade viel durch und brauchen Ihre ganze Kraft für Schwangerschaft und Therapie. Auch Ihre Familie ist seelisch stark gefordert und benötigt möglicherweise professionelle Hilfe.

Lassen Sie sich bei alltäglichen Arbeiten helfen. Wenn das nicht Familiengehörige oder Freunde übernehmen können, haben Sie für eine gewisse Zeit Anspruch auf eine Haushaltshilfe

Wissenschaft unterstützen - Betroffenen helfen!

Krebs während der Schwangerschaft ist glücklicherweise selten. Nur 1 von ca 1.000 Schwangeren ist davon betroffen. Bei 40% dieser Krebspatientinnen handelt es sich dann um eine Brustkrebserkrankung. 

Aufgrund dieser Seltenheit ist es sehr schwierig eine breite Datenbasis über Brustkrebstherapien bei Schwangeren sowie deren Erfolg und damit verbundenen etwaigen Risiken für Mutter und Baby zu sammeln.

Wenn Sie dazu beitragen möchten, dass es künftig mehr wissenschaftlich fundiertes Wissen zu diesem Thema gibt, können Sie an der Beobachtungsstudie BCP teilnehmen. Diese Studie läuft bereits seit 2003 und sammelt kontinuierlich Informationen darüber welche Therapien schwangere Brustkrebspatientinnen erhalten haben, wie der Therapieerfolg war und welche Auswirkungen die gewählte Therapie auf das ungeborene Baby hatte. 

Natürlich werden Sie selbst und Ihr Kind nicht mehr von den Ergebnissen der BCP-Studie profitieren, aber Sie können damit anderen werdenden Müttern helfen, die sich noch mehr gesichertes Wissen zu diesem komplexen Thema wünschen.

Bei Interesse finden Sie weitere Informationen zur BCP-Studie hier in unserem mamazone Studienfinder.  

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